Algerien: Angeblich will niemand Präsident werden - Keine Kandidaten für Wahl

Keine Kandidaten für Wahl : Angeblich will niemand Präsident in Algerien werden

Wenn die Informationen aus Algerien zutreffen, ist es ein Novum in der politischen Geschichte des Landes: Offenbar hat sich kein Bewerber für die Wahl zum Präsidenten am 4. Juli gefunden.

Wie der staatliche Hörfunk am Sonntag berichtete, sollte der Verfassungsrat noch am Sonntag über diese "noch nie dagewesene Situation" beraten. Möglicherweise könnte der Wahltermin verschoben werden. Andere Medien berichteten hingegen von mindestens einem Bewerber um das Präsidentenamt.

Die Frist zum Einreichen der Bewerbungsunterlagen war am Samstag um Mitternacht abgelaufen. Sowohl die unabhängige Zeitung "El Watan" als auch das regierungsnahe Blatt "El Moudjahid" berichteten, der pensionierte Offizier Benzahia Lakhdar kandidiere für das Amt. Er gehört der FLN-Partei des nach wochenlangen Protesten zurückgetretenen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika an. Eine Stellungnahme des Verfassungsrates zu den Berichten gab es am Sontag zunächst nicht.

Der 82-jährige Bouteflika hatte am 2. April nach wochenlangen Demonstrationen sein Amt niedergelegt. Durch fortgesetzte Proteste hatten algerische Demonstranten schließlich erreicht, dass für Anfang Juli die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes angesetzt wurde. Eine Verschiebung des Termins könnte den Protest nun erneut befeuern.

(felt/AFP)
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