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Alexis Tsipras erhält Unterstützung von den Grünen und Linken

Griechische Schulden : Grüne und Linke stützen Tsipras

Führende deutsche Oppositionspolitiker unterstützen die Forderungen der neuen griechischen Regierung nach einem grundlegenden Kurswechsel der Euro-Krisenpolitik und einem Schuldenerlass.

"Ich bin dafür, dass man über eine neue Lösung des Schuldenproblems redet. Die griechische Schuldenlast ist langfristig nicht tragfähig", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter unserer Redaktion. "Die Bundesregierung darf nicht weiterhin in ihrer Blockadehaltung verharren", so Hofreiter.

Auch Linken-Parteichef Bernd Riexinger sagte: "Die Bundesregierung muss einen grundsätzlichen Kurswechsel in ihrer Politik vornehmen." Statt Kürzungs- und Verarmungsprogrammen und der Durchsetzung einer "kümmerlichen Wettbewerbsideologie" müsse "die Belebung der Wirtschaft im Euroraum und die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit in den Mittelpunkt der Politik gerückt werden". Hofreiter warnte vor einem "sozialen Kollaps" in Griechenland. "Syriza muss ihre Reformpolitik wahr machen und für eine faire Lastenverteilung sorgen", so Hofreiter.

Der umstrittene Kurs des neuen griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras gewinnt damit auch in Deutschland Anhänger. Tsipras traf gestern in Rom den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi. Heute wird er in Paris und Brüssel erwartet. Sein Finanzminister Giannis Varoufakis will morgen in Berlin Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) treffen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte sich gestern nicht zu den griechischen Forderungen nach einem Ende der Spar- und Reformpolitik äußern. Sie wolle die Vorschläge erst abwarten, sagte sie. Varoufakis will Schuldtitel umwidmen. Die Höhe der Tilgungsraten solle vom künftigen Wachstum abhängig gemacht werden.

(mar / jd)