Alexander Ankwab tritt zurück: Valeri Bganba ist Übergangspräsident

Präsidentschaftswahl am 24. August: Abchasien: Präsident Ankwab erklärt Rücktritt

Der bisherige Präsident der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien, Alexander Ankwab, hat am Sonntag seinen Rücktritt bekannt gegeben. In einer "Rede an die Nation" erklärte Ankwab, seine Demission solle der "Stabilität des Landes" dienen.

Das abchasische Parlament hatte am Samstag seinen Vorsitzenden, Valeri Bganba, zum neuen Übergangspräsidenten ernannt und den 24. August als Datum für eine vorgezogene Präsidentschaftswahl festgesetzt. Der ehemalige Präsident Alexander Ankwab rief in seiner Rede alle Bürger dazu auf, Ruhe zu bewahren und dafür zu sorgen, dass "Neuwahlen unter normalen Bedingungen" stattfinden könnten.

Der am Mittwoch nach Abchasien entsandte Kreml-Berater Wladislaw Surkow erklärte am Sonntag, Russland werde aktiv mit dem neuen abchasischen Präsidenten, seiner Regierung und dem Parlament in Suchumi zusammenarbeiten. Der ebenfalls entmachtete abchasische Regierungschef Leonid Lakerbaja weigerte sich unterdessen weiterhin seinen Rücktritt zu erklären. "Ich bin nicht zurückgetreten und werde es unter diesen Umständen nicht tun", sagte er am Sonntagabend der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Oppositionsanhänger hatten am 27. Mai den Präsidentenpalast in der abchasischen Hauptstadt Suchumi am Schwarzen Meer gestürmt und Ankwab zur Flucht gezwungen. Sie machten ihn verantwortlich für die wirtschaftliche und soziale Krise in Abchasien. Bei einer Parlamentssitzung am Donnerstagabend hatten 20 der 21 anwesenden von insgesamt 35 Abgeordneten Ankwab zum Rücktritt aufgefordert.

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Dieser hatte aus Protest gegen den "bewaffneten Umsturzversuch" seine Demission bis zuletzt abgelehnt. Ankwab war im August 2011 zum Präsidenten gewählt worden. Russland und Georgien hatten im August 2008 einen fünf Tage langen Krieg um Abchasien und die ebenfalls abtrünnige Provinz Südossetien geführt. Russland erkannte die beiden Kaukasusprovinzen anschließend als unabhängig an, dem Schritt folgten bislang nur wenige weitere Staaten. Tausende russische Soldaten sind in der Region stationiert, Georgien wertet dies als Besetzung.

(DEU)
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