Terrornetzwerk Al Qaida: Al Sawahri wird Osama bin Ladens Nachfolger

Terrornetzwerk Al Qaida : Al Sawahri wird Osama bin Ladens Nachfolger

Kairo (RPO). Der gebürtige Ägypter Ajman al Sawahri ist der neue Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida. Auf einer Website, die der Organisation nahe steht, hieß es am Donnerstag, al Sawahri - die bisherige Nummer zwei von Al-Kaida - werde der Nachfolger des getöteten Terrorchefs Osama bin Laden.

Es wird vermutet, dass sich al Sawahri, der in der kommenden Woche 60 Jahre alt wird, derzeit nahe der pakistanisch-afghanischen Grenze aufhält. Zum Auswahlprozess für die Nachfolge bin Ladens machte Al-Kaida keine genauen Angaben. Die Terrororganisation erklärte lediglich, die Auswahl sei das beste Tribut an das Andenken an ihre Märtyrer.

Berichten zufolge trafen sich al Sawahri und sein Vorgänger bin Laden erstmals in den späten 80er Jahren in den Höhlen Afghanistans. Wie es heißt, wurden bin Laden und andere islamistische Kämpfer, die sich Gefechte mit Streitkräften der damaligen Sowjetunion lieferten, medizinisch von al Sawahri behandelt. Aus dem Bündnis zwischen al Sawahri und bin Laden ging Jahre später das Terrornetzwerk Al-Kaida hervor.

In einer Anfang des Monats veröffentlichten Lobrede al Sawahris auf den im Mai bei einer US-Kommandoaktion getöteten bin Laden drohte er den USA. Die Vereinigten Staaten stünden einer internationalen Gemeinschaft von Muslimen gegenüber, die das Land zerstören wollten, erklärte der Ägypter. In dem Video war al Sawahri mit weißer Robe, Turban und einem an eine Wand gelehnten Sturmgewehr zu sehen.

Al Sawahri ist ausgebildeter Arzt

Der neue Al-Kaida-Chef al Sawahri wurde in Ägypten als Sohn einer Familie der oberen Mittelklasse geboren. Sein Vater war Professor für Pharmakologie an der Universität von Kairo, sein Großvater war Imam. Al Sawahri gründete im Alter von 15 Jahren eine Untergrundzelle aus Schülern, die sich der ägyptischen Regierung widersetzte. Seine militanten Aktivitäten setzte er fort, während er sich zum Arzt ausbilden ließ. Später schloss er die von ihm gegründete Zelle mit anderen militanten Kämpfern zur Gruppe Ägyptischer Islamischer Dschihad zusammen.

Drei Jahre verbrachte al Sawahri in einem ägyptischen Gefängnis, bis er 1984 nach Afghanistan zurückkehrte, um gegen die Sowjets zu kämpfen. Nach seinem Treffen mit bin Laden folgte al Sawahri diesem zuerst in den Sudan und anschließend zurück nach Afghanistan, das unter dem radikalen Taliban-Regime ein sicherer Rückzugsort für sie war.

Tiefer Hass auf die USA

Über die Jahre entwickelte al Sawahri einen tiefen Hass auf die USA. Seine Frau und mindestens zwei der gemeinsamen sechs Kinder wurden bei einem US-Luftangriff getötet, nachdem die USA als Folge der Anschläge vom 11. September 2001 ihre Mission in Afghanistan begonnen hatten.

"Die Amerikaner und Juden zu jagen, ist keine unmögliche Aufgabe", hieß es in einer Al-Kaida-Abhandlung, in der al Sawahri 2001 die Langzeitstrategie für die Dschihad-Bewegung festhielt. "Sie zu töten ist nicht unmöglich, ob durch eine Kugel, einen Messerstich, eine Bombe oder einen Schlag mit einer Eisenstange", schrieb er.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aiman Al Sawahri – Nachfolger von Osama bin Laden

(ap/nbe)