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Russische Bürgerrechtlerin: Aktivistin wegen Recherchen in der Ukraine inhaftiert

Russische Bürgerrechtlerin : Aktivistin wegen Recherchen in der Ukraine inhaftiert

Eine russische Aktivistin ist nach Angaben von Bürgerrechtlern wegen ihrer Recherchen zum Schicksal russischer Soldaten in der Ukraine inhaftiert worden. Die 73-jährige Ljudmila Bogatenkowa hatte zum Tod und Verschwinden russischer Soldaten im Osten der Ukraine geforscht. Nun wird ihr Betrug vorgeworfen.

Die Mitglieder der Gruppe "Soldatenmütter von St. Petersburg" teilten am Samstag mit, dass Bogatenkowa festgenommen worden sei. Den Bürgerrechtlern zufolge wurde Bogatenkowa am Freitag des Betrugs beschuldigt und kam in Haft.

Zu den Schicksalen, die die Aktivisten aufklären wollten, gehören zehn russischen Soldaten, die im August bei Kämpfen zwischen prorussischen Rebellen und ukrainischen Regierungstruppen in Gefangenschaft gerieten. Zudem sammelten die Soldatenmütter Daten über Dutzende russische Soldaten, die in den vergangenen Monaten getötet wurden.

Im August veröffentlichte der Präsident der russischen Menschenrechtskommission einen offenen Brief der Gruppe, in dem Ermittlungen zum Tod von neun Infanteristen in der südlichen Region Rostow gefordert wurden. Offiziell nahm deren Brigade an einem Manöver teil.

"Menschenrechtsaktivisten betrachten die Festnahme und Inhaftierung von Ljudmilla Bogatenkowa als einen Vergeltungsakt für ihre Aktivitäten", erklärten die Soldatenmütter. Die für den Fall zuständige Staatsanwaltschaft in Stawropol in Südrussland war am Samstag nicht zu erreichen.

Moskau hat in dem Konflikt beharrlich eine Verwicklung russischer Truppen dementiert. Zu den zehn gefangen genommenen Soldaten hieß es offiziell, diese hätten sich bei einer Grenzpatrouille verirrt.
Todesfälle habe es bei Unfällen gegeben, die sich auf russischem Gebiet ereignet hätten.

(ap)