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Razzien in Homs: Aktivisten: mindestens 21 Tote in Syrien

Razzien in Homs : Aktivisten: mindestens 21 Tote in Syrien

Bei erneuten Gewaltakten in Syrien sind am Donnerstag nach Angaben von Aktivisten mindestens 21 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern waren auch ein achtjähriges Mädchen und sechs Soldaten, wie das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte berichtete.

Schauplatz der Gewalt war demnach Homs, das als Hochburg der Proteste gegen Präsident Baschar Assad gilt. Sicherheitskräfte hätten bei Razzien gegen mutmaßliche Dissidenten das Feuer eröffnet.
Zudem soll es auch zu Kämpfen zwischen Soldaten und mutmaßlichen Deserteuren gekommen sein, deren Zahl immer weiter anwächst.

Damit steigt nach Ansicht der Vereinten Nationen das Risiko eines Bürgerkriegs. "Wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden und friedliche Forderungen nach Veränderung auf brutale Gewalt treffen, müssen sich die Menschen irgendwann gegen Tyrannei und Unterdrückung auflehnen”, sagte die Hohe Kommissarin bei der UN für Menschenrechte, Navi Pillay, am Mittwoch.

Wie viele Menschen bisher desertiert sind und ob sie eine Bedrohung für das Regime darstellen, sei schwer abzuschätzen. Obwohl die Niederschlagung der Proteste Syriens Präsident Assad international isoliert hat, scheint seine Macht durch die loyale Unterstützung eines Großteils der Streitkräfte immer noch gefestigt.

Die Regierung macht "bewaffnete Banden” und vom Ausland gesteuerte Extremisten, die das Land destabilisieren wollten, für das Blutvergießen verantwortlich. Letzte Woche stimmte Syrien einem von der Arabischen Liga ausgehandelten Friedensplan zu. Die Gewalt hielt jedoch unvermindert an. Als Resultat könnte nun Syriens Mitgliedschaft in der Liga zeitweilig suspendiert werden. Ein schwerer symbolischer Schlag für eine Nation, die sich immer rühmte, Impulskraft des arabischen Nationalismus zu sein.

Da Syrien die Berichterstattung durch ausländische Medien vollständig unterbunden hat, stützen sich die Informationen größtenteils auf im Internet veröffentlichtes Material von Augenzeugen und Aktivistengruppen.

Bei der Niederschlagung von Protesten sind laut UN seit März mehr als 3.500 Menschen getötet worden.

(APD)