1. Politik
  2. Ausland

Urananreicherung: Ahmadinedschad provoziert erneut die UN

Urananreicherung : Ahmadinedschad provoziert erneut die UN

Teheran (RPO). Der Iran treibt allen Sanktionsdrohungen der internationalen Staatengemeinschaft zum Trotz seine Atompläne voran. Zumindest tut er so. Die offiziell und feierlich verkündete Zahl von 3.000 Zentrifugen zur Urananreicherung steht in krassem Widerspruch zu den Zahlen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte am Sonntag, das Land habe sein Ziel von 3.000 Zentrifugen zur Urananreicherung erreicht. Jede Woche kämen neue hinzu, erklärte Ahmadinedschad der Web-Site des staatlichen Fernsehens zufolge.

Die IAEA hatte die Zahl der Zentrifugen in einem vor wenigen Tagen fertiggestellten Bericht in der Atomanlage Natans dagegen mit knapp 2000 angegeben. Die Urananreicherung kann der Herstellung von Kernbrennstoff, aber auch von atomwaffentauglichem Material dienen. Der UN-Sicherheitsrat hat Teheran mit einer Verschärfung der Sanktionen gedroht, falls das Programm zu Urananreicherung nicht eingestellt wird.

Ahmadinedschad sagte, der Westen habe gedacht, dass die iranische Nation nach Verabschiedung der Resolution nachgeben werde. "Aber wir haben einen weiteren Schritt im Nuklearprozess getan", erklärte der Präsident.

IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei sagte dem "Spiegel", zum ersten Mal habe sich seine Behörde mit Teheran auf eine "Roadmap" gegen die Bombe einigen können, auf einen klar umgrenzten Zeitplan zur Klärung ausstehender Fragen. Dies sei die vielleicht letzte Chance, die der Iran nicht verstreichen lassen dürfe. "Bis November, spätestens Dezember müssten wir sehen können, ob Teheran seine gegebenen Versprechen einhält." Solange sollten die UN-Sanktionen nicht verschärft werden.

Ahmadinedschad erklärte, der jüngste Bericht der IAEA stimme mit dem iranischen Ansatz überein, der Konflikt über das Atomprogramm sei beendet.

Hier geht es zur Infostrecke: Welche Länder die Atombombe haben

(ap)