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Cristina Kirchner beschreibt Aufregung im Zwischenstopp: Agentinische Präsidentin twittert Morales-Krimi

Cristina Kirchner beschreibt Aufregung im Zwischenstopp : Agentinische Präsidentin twittert Morales-Krimi

Die erzwungene Zwischenlandung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Wien hat auch in anderen lateinamerikanischen Ländern für mächtig Wirbel gesorgt. Wie sehr die Telefondrähte in dem Zwischenfall rund um Whistleblower Edward Snowden glühten, zeigte die argentinische Präsidentin ganz öffentlich – via Twitter.

Die erzwungene Zwischenlandung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Wien hat auch in anderen lateinamerikanischen Ländern für mächtig Wirbel gesorgt. Wie sehr die Telefondrähte in dem Zwischenfall rund um Whistleblower Edward Snowden glühten, zeigte die argentinische Präsidentin ganz öffentlich — via Twitter.

Alles fing an mit einem Gerücht: Edward Snowden könnte sich in der Präsidenten-Maschine von Evo Morales befinden, der sich auf dem Rückflug von Moskau nach Bolivien befand. Prompt entzogen Portugal und Frankreich der Maschine die Überfluggenehmigung, das Flugzeug wurde nach Wien umgeleitet. Und Morales saß stundenlang fest, weil dann auch Italien und Spanien den Luftraum sperrten. Erst am Mittwochmittag durfte er weiterfliegen.

Die Empörung in Bolivien war entsprechend groß. Das Land verwahrte sich gegen den Verdacht, der von den USA wegen Landesverrats gesuchte Whistleblower könnte sich in der Maschine befinden. Und auch in anderen Ländern Lateinamerikas schlug die Nachricht Wellen. Das zeigte in der Nacht auch der Twitter-Account der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner. Immer wieder setzte sie einen Tweet ab, in dem sie zeigte, wie die diplomatischen Mühlen in der Nacht mahlten.

In ihren ersten Einträgen erzählt sie, dass sie gerade von einer Sitzung in den Präsidentenpalast zurückgekommen wäre und ihr gesagt wurde, dass sie Rafael Correa, Präsident von Ecuador, sprechen wolle. "Hallo Rafa, wie geht es dir", beschreibt Kirchner schließlich das Telefonat. Er habe ihr in einer Mischung aus Wut und Verzweifelung geantwortet und gefragt, ob sie denn nicht wisse, was passiert sei.

Kirchner: "Was für eine Welt!"

"Cristina, sie haben Evo mit seinem Flugzeug in Gewahrsam genommen und lassen ihn nicht Europa verlassen", schreibt sie die Antwort des bolivianischen Präsidenten auf. "Was? "Evo? "Evo Morales in Gewahrsam?", habe sie geantwortet. Sofort sei ihr das letzte offizielle Bild ihres Amtskollegen, gemeinsam mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem Präsidenten von Venezuela, Nicolas Maduro, durch den Kopf geschossen. Dann habe ihr Correo erklärt, dass mehrere Länder Morales Flugzeug keine Überfluggenehmigung erteilt hatten. "Die sind alle verrückt", kommentiert Kirchner dies bei Twitter. "Ein Staatschef und sein Flugzeug genießen totale Immunität."

Während Correo ihr gesagt habe, er wolle den Vorsitzenden des südamerikanischen Staatenbundes Unasur bitten, eine Dringlichkeitssitzung einzuberufen, habe Kirchner dann bei Morales angerufen. "Auf der anderen Seite der Leitung antwortete er mir ganz ruhig", schreibt die argentinische Präsidentin. "'Hallo Kollegin, wie geht es dir?.' Er fragte mich, wie es mir gehe!" Dann habe er ihr erzählt, dass er sich in einem kleinen Raum auf dem Flughafen befinde.

Kirchner selbst habe ihm dann gesagt, dass sie sich kümmern werde und dies auch auf den verschiedenen diplomatischen Wegen getan, wie sie auf Twitter beschreibt. Und sie schreibt ach noch lakonisch: "Was für eine Welt!" Und: "Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte."

(das)