Afghanistan: Taliban wollen nicht allein herrschen

Gesprächsangebot: Taliban wollen nicht allein über Afghanistan herrschen

In einer künftigen afghanischen Regierung wollen die Taliban kein Machtmonopol inne haben. Ein Sprecher sagte am Mittwoch, die Taliban seien an Optionen für eine Koexistenz neben afghanischen Institutionen nach einem Abzug des US-Militärs interessiert.

„Nach dem Ende der Besatzung sollten Afghanen ihre Vergangenheit vergessen und einander tolerieren und beginnen, wie Brüder zu leben“, sagte Suhail Schahin.

Seine Aussagen sind die bislang versöhnlichsten der militanten islamistischen Bewegung. Er übermittelte sie der Nachrichtenagentur AP in einer Sprachnachricht aus Katar, wo die Taliban ein Büro unterhalten. „Wir glauben an eine inkludierende afghanische Welt, in der sich alle Afghanen sehen können“, sagte Schahin.

Der US-Gesandte Zalmay Khalilzad, der beauftragt ist, eine Lösung des blutigen Konflikts in Afghanistan zu finden, hat jüngst Fortschritte bei seinen Gesprächen mit den Taliban vermeldet. Es gebe eine Grundsatzvereinbarung für ein Rahmenabkommen, das zu einem Frieden mit den Taliban führen soll, hatte er am Montag gesagt. Die Taliban haben fast die Hälfte Afghanistans unter ihrer Kontrolle und verüben beinahe täglich Angriffe, überwiegend auf Sicherheitskräfte.

Schahin sagte, eine weitere Gesprächsrunde mit Khalilzad sei für den 25. Februar in Doha geplant. Die USA und die Taliban würden gemeinsame technische Teams bilden, um die Details eines künftigen Abzugs der US-Truppen auszuarbeiten und um zu verhindern, dass Afghanistan wieder zum Rückzugsort für Terroristengruppen wie Al Qaida werde.

(felt/dpa)
Mehr von RP ONLINE