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Affäre miit Julie Gayet: Gerüchte schaden Francois Hollande nicht

Beliebtheitswerte von Frankreichs Staatspräsident steigen : Gerüchte um Affäre schaden François Hollande nicht

Am Nachmittag tritt François Hollande vor 600 Journalisten. In der Halbjahreskonferenz möchte Frankreichs Staatspräsident erläutern, wie er das Land aus der Wirtschaftskrise führen will. Die meisten aber dürfte nicht die Arbeitslosigkeit, sondern das Thema "Amour" interessieren, die Gerüchte um die Affäre mit Julie Gayet.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande steht sein wohl bislang schwerster Gang bevor: 600 Journalisten der französischen Hauptstadtpresse soll er erklären, wie er die miesen Wirtschaftsdaten Frankreichs aufbessern will. Welche Reformen er anstoßen möchte, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Und welchen Weg er einschlagen will, um die Zukunftsindustrien und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Doch die meisten Medienvertreter werden nur den Moment abwarten, um die entscheidende Frage zu stellen, die ganz Frankreich derzeit unter den Nägeln brennt: Was ist dran an den Gerüchten um die Liaison zwischen Hollande und der Schauspielerin Julie Gayet?

Politische Lichtblicke für Hollande

Für den leidgeprüften Staatspräsidenten gibt es erste Lichtblicke, politisch zumindest. Zwei Umfrageinstitute sehen erstmals nach einer gefühlten Ewigkeit steigende Beliebtheitswerte. Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem die Presse Details zu seiner amourösen Liebschaft wissen will. Offenbar haben Hollande die Gerüchte nicht geschadet.

Einer Umfrage des Instituts Ipsos zufolge steigen Hollandes Werte um einen Prozentpunkt auf 24. Der Prozentsatz der Gegner bleibt mit 74 stabil. Noch besser sieht es für Hollande bei der LH2-Umfrage im Auftrag des Mediums "Le nouvel Observateur" aus. Hier gewinnt der "Président de la République" sogar zwei Punkte und klettert auf 26 Prozent.

Dabei ringt das Land mit Problemen, die Hollande dringend angehen müsste. Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ist nur unzureichend auf die Zukunft ausgerichtet. Die Arbeitslosenzahlen sind hoch, und das Land droht, in eine neue Rezession abzurutschen. Politische Baustellen gibt es für Hollande also reichlich. Nun ist auch noch eine auf privater Ebene hinzugekommen, die derzeit nahezu alles überstrahlt.

"Wie von einem TGV überrollt"

Hollande ist mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Valérie Trierweiler zusammen. Trierweiler soll einem befreundeten Journalisten der französischen Zeitung "Le Parisien" zufolge gesagt haben, Hollande habe ihr die Affäre am vergangenen Donnerstag gebeichtet. Trierweiler reagierte schockiert und musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Sie fühlte sich "wie von einem TGV überrollt".

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Hier werde sie laut ihrem Sprecher noch einige Tage bleiben, um den Schock zu verdauen. Dennoch sei sie bereit, so wird Trierweilers Journalisten-Freund Frédéric Gerschel zitiert, Hollande zu verzeihen. Der habe Trierweiler in der Affäre zu Gayet offenbar nichts verschwiegen — etwa die Häufigkeit der Treffen und die nächtlichen Fahrten auf dem Motorroller.

Zusätzlicher Druck auf Hollande entstand durch Berichte, wonach es bei der Wohnung, in der sich der Staatschef angeblich heimlich mit Gayet traf, Verbindungen zur korsischen Mafia geben soll. Nach Informationen des Internet-Portals Mediapart wurde Gayet die Wohnung von einer Schauspiel-Kollegin überlassen, die früher mit Michel Ferracci verheiratet war.

Verbindungen zur Mafia?

Der Schauspieler war kürzlich im Fall eines Glücksspiel-Rings in Paris, dessen Profite an die korsische Mafia geflossen sein sollen, zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Schauspiel-Freundin von Gayet soll später mit François Masini liiert gewesen sein, der der korsischen Mafia zugeordnet und im Mai 2013 ermordet wurde.

Ferraccis Name steht nach wie vor auf einem Briefkasten des Wohnhauses. Der Anwalt des Schauspielers, der einst Glücksspiel-Direktor beim berühmt-berüchtigten Wagram-Zirkel war, hob aber im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP hervor, dass Ferracci "nie Eigentümer, nie Mieter" der Wohnung gewesen sei.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Julie Gayet

(nbe)