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Nahost-Konflikt: Ägypten ruft Israel und Hamas zu Gesprächen auf

Nahost-Konflikt : Ägypten ruft Israel und Hamas zu Gesprächen auf

Wien/Jerusalem (rpo). Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hat Israel und die radikal-islamische Palästinenserpartei Hamas zu Friedensgesprächen aufgefordert. Die Hamas müsse der Gewalt abschwören.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hat Israel und die radikal-islamische Hamas zu sofortigen Gesprächen nach der Regierungsbildung in den palästinensischen Autonomiegebieten aufgerufen. Beide Seiten müssten ihre harten Positionen aufgeben, um Gewalt und Chaos zu vermeiden, mahnte Mubarak am Montag nach Gesprächen mit dem österreichischen Präsidenten Heinz Fischer in Wien. Zugleich bat er die internationale Staatengemeinschaft, die Palästinenser auch weiterhin finanziell zu unterstützen.

Mubarak appellierte an die Hamas, im Umgang mit Israel das Prinzip Land für Frieden anzuwenden. Des weiteren müsse sie jeglicher Gewalt abschwören. Letztlich gehe es darum, die internationalen Bedingungen für eine Anerkennung der Bewegung zu erfüllen. Das palästinensische Volk müsse jedoch in jedem Falle weiter unterstützt werden, forderte Mubarak, der von seinem Besuch in Berlin nach Wien weitergereist war.

Die israelischen Streitkräfte erhöhten unterdessen ihre Alarmbereitschaft an der Grenze zum Libanon, wie ein Militärsprecher mitteilte. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Der Militärrundfunk berichtete jedoch unter Berufung auf Geheimdienstberichte, die libanesische Hisbollah-Miliz plane Angriffe oder Entführungen israelischer Soldaten.

Das Verteidigungsministerium erklärte, angesichts des bevorstehenden jüdischen Purim-Festes und der israelischen Parlamentswahl in zwei Wochen sei eine Hisbollah-Offensive derzeit wahrscheinlicher. Israel hat im Mai 2000 nach 18-jähriger Besatzung seine Truppen aus dem Süden des Libanons abgezogen. Die schiitische Hisbollah kämpft weiter gegen die israelische Kontrolle über die so genannten Schebaa-Höfe in der Grenzregion.

(ap)