75 Jahre D-Day: Theresa May und Emmanuel Macron danken Veteranen

75. Jahrestag der Landung in Normandie : May und Macron danken D-Day-Veteranen

Vor 75 Jahren begann die Befreiung Europas von Hitler-Deutschland. In der Normandie landeten die Allierten Truppen und zahlten einen hohen Blutzoll. Staats- und Regierungschefs bedankten sich bei den Gedenkfeiern bei anwesenden Überlebenden von 1944 in Ver-sur-Mer.

Die Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag der Invasion alliierter Truppen in der von Hitlerdeutschland besetzen Normandie haben ihren Höhepunkt erreicht. Staats- und Regierungschefs, Veteranen und Angehörige gedachten am Donnerstag mit Ansprachen oder still der mehr als 150.000 Soldaten, die am 6. Juni 1944 in Frankreich gelandet waren.

Der französische Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May dankten den betagten Überlebenden von damals. US-Präsident Donald Trump würdigte ihren Einsatz und Mut.

Am sogenannten D-Day hatten britische, amerikanische und kanadische Streitkräfte die deutschen Küstenbefestigungen in der Normandie gestürmt, einen Brückenkopf in Frankreich gebildet und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs eingeleitet.

Mehr als 4400 alliierte Soldaten fielen in der bis heute größten amphibischen Militäroperation der Geschichte, mehr als 5000 wurden verletzt. Auch die Deutschen erlitten Tausende Verluste.

75 Jahre später versammelten sich an der Küste Hunderte Zivilisten und Militärs und legten rote und weiße Chrysanthemen nieder. Zum Zeitpunkt der Landung erklang ein einsamer Dudelsack.

„Ich habe alle möglichen Freunde begraben“, sagte der 98-jährige William Tymchuk, der in der 4. Kanadischen Panzerdivision gekämpft hatte. „Sie waren jung, sie wurden getötet, sie konnten nicht heimkehren“, sagte er und wischte sich die Tränen. „Sie konnten nicht einmal mitten im Leben stehen.“

May versicherte den heute über 90-Jährigen Veteranen: „Wenn man von einem Tag sagen kann, dass er das Schicksal künftiger Generationen entschieden hat – in Frankreich, in Großbritannien, in Europa und in der Welt – dann war dieser Tag der 6. Juni 1944.“ Den Soldaten von damals könne sie nur ein Wort sagen: „Danke.“

Auch Macron bedankte sich: „Danke Euch allen, die ihr damals getötet wurdet, damit Frankreich wieder frei wurde“, sagte er. May und Macron legten an einem Landeabschnitt britischer Truppen den Grundstein für ein neues Denkmal, auf das die Namen der Tausenden damals getöteten Soldaten verzeichnet werden sollen.

Später traf Macron seinen US-Kollegen Trump auf einem Soldatenfriedhof nahe dem Omaha Beach genannten Strandabschnitt, wo 1944 die verlustreichsten Kämpfe getobt hatten. „Wir wissen, was wir Ihnen verdanken: Unsere Freiheit“, wandte er sich auf Englisch an Veteranen und Angehörigen von Getöteten. „Im Namen meiner Nation will ich einfach nur Danke sagen.“ Frankreich werde ihr Opfer nie vergessen.

Trump zählte die an der Landung beteiligten rund 130.000 US-Soldaten zu den „allergrößten Amerikanern, die je gelebt haben“. Ihre außergewöhnliche Kampfkraft sei auf ihren einzigartigen Mut zurückzuführen. Die Soldaten seien Bürger freier und unabhängiger Nationen gewesen, die die Pflicht gegenüber ihren Landsleuten und ihren noch ungeborenen Nachkommen zusammengeführt habe.

Zugleich betonte Trump die Bündnistreue seines Landes. „Alle unsere Freunde und Partner: Unsere geschätzte Allianz wurde in der Hitze der Schlacht geschmiedet, in den Prüfungen des Krieges getestet und in den Segnungen des Friedens erprobt. Unser Bund ist unverwüstlich“, versicherte er.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte, die Landung sei ein unvergleichliches Wagnis gewesen. Die dabei gefallenen Soldaten seien „für Dich und mich gestorben“.

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(felt/dpa)
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