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Keine Waffen auf deutschem Schiff: 27 Tote — Blutbad in Syrien geht weiter

Keine Waffen auf deutschem Schiff : 27 Tote — Blutbad in Syrien geht weiter

Die Zweifel am Erfolg der UN-Beobachter in Syrien wachsen täglich - und auch die Kritik an dem Einsatz. Syrische Oppositionelle behaupteten am Mittwoch, auf jeden Besuch der Beobachter in einem Ort folge eine Strafaktion der Regierungstruppen. Mehrfach seien Massaker verübt worden. In der vormals umkämpften Ortschaft Al-Sabadani hätten sich die UN-Beobachter geweigert, Listen mit Namen der vom Regime Gefangenen entgegenzunehmen.

Die Zweifel am Erfolg der UN-Beobachter in Syrien wachsen täglich - und auch die Kritik an dem Einsatz. Syrische Oppositionelle behaupteten am Mittwoch, auf jeden Besuch der Beobachter in einem Ort folge eine Strafaktion der Regierungstruppen.
Mehrfach seien Massaker verübt worden. In der vormals umkämpften Ortschaft Al-Sabadani hätten sich die UN-Beobachter geweigert, Listen mit Namen der vom Regime Gefangenen entgegenzunehmen.

Bei neuen Verstößen gegen die vereinbarte Waffenruhe wurden am Mittwoch angeblich 27 Menschen getötet. Die Zahl ergibt sich aus Angaben der Opposition und der Staatsmedien und lässt sich objektiv nicht überprüfen. Am Dienstag soll es 33 Tote gegeben haben.

Hama und Vororte von Damaskus wurden der Opposition zufolge nach Abschluss eines Besuch der UN-Beobachter beschossen. "Mindestens 15 Menschen wurden getötet und 70 verwundet, als eine Rakete in ein Wohngebiet in Hama einschlug", erklärte der Koordinierungsausschuss, der Gewalt in Syrien dokumentiert.

In anderen Landesteilen sollen zehn Menschen getötet worden sein.
Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, "bewaffnete Terroristen" hätten bei Damaskus einen Krankenwagen angegriffen und einen Helfer getötet. Ein aus der Türkei eingedrungener bewaffneter Rebell sei erschossen worden.

Der UN-Sondergesandte Kofi Annan hatte am Dienstag (Ortszeit) im UN-Sicherheitsrat erklärt, die Waffenruhe in Syrien sei sehr wackelig und die Lage "düster". Am Mittwoch waren 15 der geplanten 300 Beobachter im Einsatz; unter den Neuankömmlingen waren zwei Chinesen.

Viele Syrer fragen sich, wie in diesem Klima der Gewalt gewählt werden kann. Assad hat für den 7. Mai eine Parlamentswahl angekündigt. Vereinzelt wurden Wahlplakate aufgehängt. Das Parlament plädiert Staatsmedien zufolge für eine Verschiebung des Wahltermins.

Angaben der syrischen Opposition über eine Waffenladung für das syrische Regime an Bord eines deutschen Frachters bestätigten sich nicht. Die Durchsuchung der "Atlantic Cruiser" in der Türkei verlief nach Angaben der Reederei Bockstiegel (Emden) ergebnislos. Die Fracht stimme mit den Frachtpapieren überein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: April 2012: Bilder aus Homs

(dpa)