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Syrien und Irak: 16-Jährige aus NRW kämpfen für den IS

Syrien und Irak : 16-Jährige aus NRW kämpfen für den IS

Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes sind bislang mindestens sechs minderjährige Dschihadisten aus NRW nach Syrien und in den Irak gereist, um sich unter anderem der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen.

Einer noch unveröffentlichten Auswertung des Innenministeriums zufolge, die unserer Redaktion vorliegt, waren zwei der Jugendlichen bei ihrer Ausreise 16 Jahre alt, die anderen waren 17. Unter ihnen befinden sich auch zwei Mädchen (16 und 17). Eine der beiden soll vor ihrer Ausreise in Deutschland bereits nach islamischem Recht verheiratet gewesen sein, die andere soll Hinweisen der Geheimdienste zufolge in der Türkei einen ideologisch gleichgesinnten Mann geheiratet haben.

Sicherheitsbehörden zufolge befindet sich einer dieser sechs Jugendlichen mittlerweile wieder in Deutschland. Er soll sich aber seit seiner Rückkehr nicht mehr oft in NRW aufhalten. Den Ermittlern liegen über diesen Jugendlichen Hinweise vor, die darauf schließen lassen, dass er während seiner Zeit in Syrien nicht direkt für den IS kämpfte, sondern sich einer anderen gegen das Assad-Regime kämpfenden Einheit angeschlossen hatte.

Der Verfassungsschutz wurde auf fünf der sechs jungen Dschihadisten durch Vermisstenanzeigen aufmerksam. Nur über einen der Jugendlichen lagen dem Nachrichtendienst vorher schon Erkenntnisse über seine gewaltorientierte, islamistische Ideologie vor. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass alle sechs einen muslimischen Migrationshintergrund haben.

Die Sicherheitsbehörden können nicht ausschließen, dass noch mehr Jugendliche aus NRW in die Bürgerkriegsregion gereist sind - möglicherweise sogar noch jüngere als die sechs bisher bekannten. Der Grund dafür: Laut Verfassungsschutzgesetz dürfen Daten über Minderjährige erst dann in nachrichtendienstlichen Dateien erfasst und gespeichert werden, wenn sie das 16. Lebensjahr vollendet haben.

Derzeit kämpfen rund 120 Dschihadisten aus NRW für den IS im Irak und in Syrien. 19 von ihnen kommen aus dem Umfeld der vor zwei Jahren in Solingen verbotenen Milatu-Ibrahim-Moschee, darunter auch Michael N., der Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem vorgestern veröffentlichten Internetvideo massiv bedrohte.

Der Verfassungsschutz wurde auf fünf Jugendliche durch Vermisstenanzeigen aufmerksam

(csh)