Hier in NRW: Ausgesorgt

Hier in NRW: Ausgesorgt

Fast alle seiner ehemaligen Kollegen sind versorgt. Nur Johannes Remmel nicht.

Fast alle seiner ehemaligen Kollegen sind versorgt. Nur
Johannes Remmel nicht.

Abgewählte Minister sind für ihre Fraktion oft eine Belastung. Unzufrieden mit dem Wahlergebnis und sich selbst, haben sie genug damit zu tun, ihren Absturz zu verkraften: Gerade hatten sie Hunderte von Mitarbeitern, jetzt sitzen sie auf der harten Oppositionsbank. Und selbst da haben sie nichts mehr zu sagen. Denn natürlich sollen den Neuanfang der Partei unverbrauchte Gesichter organisieren und nicht die abgewählte Rest-Mannschaft.

Deshalb ist es gängige Praxis, dass Ex-Minister möglichst schnell auf ihre Mandate verzichten und sich neue Aufgaben suchen. Selbst bei den Grünen, obwohl die längst nicht so gute Kontakte in die Wirtschaft haben wie CDU und FDP. Und auch keine reiche parteinahe Stiftung, die Ex-Politiker aufnehmen könnte. So wurde der grüne Ex-Bauminister Michael Vesper nach dem Aus für das Kabinett Steinbrück sehr schnell hauptberuflicher Sportfunktionär. Seine Kabinettskollegin Bärbel Höhn (Umwelt) wechselte in den Bundestag.

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Auch die grünen Protagonisten im abgewählten Kabinett von Hannelore Kraft kleben nicht an ihren Landtagsmandaten. Ex-Schulministerin Sylvia Löhrmann legte ihr Mandat bei der ersten Gelegenheit nieder und zog sich ins Privatleben zurück. Ex-Gesundheitsministerin Barbara Steffens steht dem Vernehmen nach in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Techniker Krankenkasse, wo sie im Sommer offenbar NRW-Landeschefin werden soll.

Nur für Ex-Umweltminister Johannes Remmel ist noch keine Anschlussverwendung in Sicht. Seine aktuelle und eher nachrangige Hauptaufgabe als Fraktionssprecher für Europa und Internationales legt nahe, dass die neue Fraktionsspitze der Landtags-Grünen, Monika Düker und Arndt Klocke, nicht mehr allzu viel mit ihm anzufangen weiß. Und wie man hört, soll es Remmel mit der neuen Fraktionsspitze umgekehrt genauso gehen.

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(tor)
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