Düsseldorf: Auch Westafrika vor Hungersnot

Düsseldorf : Auch Westafrika vor Hungersnot

Das Elend in Afrika findet kein Ende: Nach der jahrelangen Dürre werden die Staaten am Horn von Afrika jetzt durch heftige Regenfälle gefährdet. Die riesigen Zeltstädte Hunderttausender Hunger-Flüchtlinge versinken in Dreck und Pfützen; lebensgefährliche Krankheiten breiten sich aus. Dieses düstere Bild zeichnet die UN-Organisation Ocha, die die Hilfsmaßnahmen in Afrika koordiniert. Die von der Feuchtigkeit bedrohte Bevölkerung leide an Durchfall und Atemwegserkrankungen. Die durch Mücken verbreitete Malaria grassiere ebenfalls wieder.

Auch die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision schlägt Alarm: Die Hungersnot sei noch lange nicht besiegt. "Trotz teils heftiger Niederschläge müssen wir uns darauf einrichten, dass noch mindestens bis Ende März akute Nothilfe erforderlich ist. Die Krise wird bis Mitte oder Ende 2012 anhalten", berichtet Silvia Holten von World Vision Deutschland.

Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Katastrophe: 504 224 unterernährte Kinder aus Somalia hat Ocha in sein Ernährungsprogramm aufgenommen. Das christliche Hilfswerk World Vision unterstützt 2,9 Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien, Somalia und Tansania.

Unterdessen bahnt sich auch im Westen Afrikas eine Dürrekatastrophe an. Dort sind acht Staaten von Lebensmittel-Knappheit betroffen. Seit Jahren hat es in den Ländern der Sahelzone nicht oder nur wenig geregnet. Am schwersten getroffen sind derzeit Niger, Mauretanien, Mali und Tschad. Laut World Vision sind zudem Burkina Faso, Nigeria, Kamerun und Senegal bedroht.

Von der jüngsten Nahrungsmittelknappheit sind nach Schätzungen der Hilfsorganisation weitere fünf bis sieben Millionen Menschen bedroht; eine Million Kinder hätten bereits Mangelerscheinungen. Die Ernte sei vertrocknet, die Vorräte gingen zur Neige.

Die Dürre lasse die noch verfügbare Nahrung für die Bevölkerung im Niger unerschwinglich werden, warnt Denise Brown vom UN-Welternährungsprogramm: "Der durchschnittliche Hirsepreis ist im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent gestiegen." Aber die nächste Ernte sei erst im April zu erwarten. Brown: "Unsere Organisation muss deshalb voraussichtlich rund 3,3 Millionen Menschen unterstützen." Dafür würden dringend Spenden gebraucht.

(RP)
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