Gesundheitsministerium startet Verhandlungen: Arzthonorare sollen neu verteilt werden

Gesundheitsministerium startet Verhandlungen : Arzthonorare sollen neu verteilt werden

Berlin (rpo). Im kommenden Jahr sollen die Arzthonorare neu verteilt werden. Das Bundesgesundheitsministerium will am Montag einen entsprechenden Gesetzentwurf mit den Krankenkassen und den Vertragsärzten erörtern. Demnach soll künftig das Wohnortprinzip den Honorarvereinbarungen zu Grunde gelegt werden.

Das "Wohnortprinzip" soll das "Kassensitzprinzip" ablösen. Vom Kabinett soll der Gesetzentwurf am 9. Mai beschlossen werden. Das Gesetz soll dann am 1. Januar 2002 in Kraft treten.

"Mit der Einführung des Wohnortprinzips steht das Geld dort zur Verfügung, wo die Menschen leben", sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). "Mit der angestrebten Neuregelung sorgen wir für die gerechtere Verteilung der Gelder."

Durch das Prinzip würden vor allem ostdeutsche Kassenärzte mehr Honorar erhalten. Sie hatten in den vergangenen Wochen massiv protestiert, dass ihnen pro Patient deutlich weniger Mittel zur Verfügung stehen als ihren Westkollegen. Bisher haben speziell die bundesweit geöffneten Betriebskrankenkassen (BKK) die Gesamtvergütung für die ambulante Versorgung an die kassenärztliche Vereinigung jenes Landes überwiesen, in dem die BKK ihren Sitz hat.

Nach dem "Wohnortprinzip" werden nach Ministeriumsangaben Verträge über Arzthonorare und über die Strukturen der ärztlichen Versorgung der Versicherten "vor Ort" für die Region, in der die Versicherten wohnen, geschlossen. Vertragspartner sind dabei jeweils der Landesverband der Krankenkassen und die für die Region zuständige Kassenärztliche Vereinigung.

(RPO Archiv)