Arbeitgeber müssen sich selbst hinterfragen

Arbeitgeber müssen sich selbst hinterfragen

Seit Jahren klagt die Wirtschaft über Fachkräftemangel, die Politik bemüht sich um bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitszeiten sollen Mitarbeitern das Leben erleichtern. Nichts davon hat den Mangel etwa an Technikern, Handwerkern oder Pflegekräften eingedämmt.

Arbeitgeber sollten sich einmal selbst fragen, ob es auch an ihnen liegen kann, dass es zwar immer noch reichlich Arbeitslose und Auszubildende ohne Lehrstelle, aber zu wenig Interesse an guten und wichtigen Berufen gibt. Werden die Menschen anständig bezahlt oder müssen sie noch nebenbei Geld verdienen? Haben Pfleger ausreichend Zeit, sich um Alte und Kranke zu kümmern, oder hetzen sie nur noch durch einen ohnehin schon herausfordernden Arbeitsalltag? Erfahren Frauen wirklich die Wertschätzung für ihr Wissen und das Angebot flexibler Arbeitszeiten, dass sie nach der Geburt von Kindern gerne zurückkommen und sich wieder voll in den Beruf stürzen können? Der Wunsch nach "gezielter Rekrutierung" von Fachkräften aus dem Ausland erinnert eher an einen Militärapparat, der Soldaten mustert und einzieht. Schwer vorstellbar, dass die Wirtschaft in einem Land wie Deutschland für Arbeitnehmer so unattraktiv sein soll.

(kd)