Berlin: Anzeige gegen BW-Bank wegen Wulffs Kredit

Berlin : Anzeige gegen BW-Bank wegen Wulffs Kredit

In der Hauskredit-Affäre von Bundespräsident Christian Wulff geht die Staatsanwaltschaft in Stuttgart nun dem Verdacht der Untreue nach. Die Behörde bestätigte gestern, dass zwei Strafanzeigen bei ihr eingegangen seien, die sich um die Vergabe eines günstigen Kredites durch die BW-Bank für Wulff drehen. Vor der Ablösung durch den BW-Kredit hatte Wulff den Hauskauf durch einen 500 000-Euro-Privatkredit der Unternehmergattin Edith Geerkens finanziert. Deswegen steht Wulff seit Mitte Dezember in der Kritik.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der Anfangsverdacht der Untreue tatsächlich gegeben ist, um Ermittlungen in diese Richtung aufzunehmen. Das wäre dann der Fall, wenn Bankmitarbeiter Wulff unberechtigterweise eine Vorzugsbehandlung gewährt hätten. Dem Vernehmen nach soll Wulff lediglich 0,9 bis 2,1 Prozent Kreditzinsen für die halbe Million gezahlt und damit jährliche Vorteile von rund 7000 Euro gehabt haben.

Fraglich ist, ob die Satzung der Landesbank solche Vergünstigungen erlaubt. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der BW-Bank ist zumindest in Abschnitt 17 davon die Rede, dass auch eine "abweichende Vereinbarung" über Zinshöhen getroffen werden kann.

(RP)