Antrittsbesuch der neuen Außenministerin Willkommen in der Welt der Krisen

Meinung | Paris · Die neue Außenministerin Annalena Baerbock startet ihre Amtszeit mit Reisen nach Paris, Brüssel und Warschau auf sicherem Terrain. Doch die Nato steht im Konflikt mit Russland unter Druck, Polen bleibt in der EU ein schwieriger Partner. Es gibt viel zu tun für die deutsche Außenministerin“

 Willkommen auf internationalem Parkett: Außenministerin Annalena Baerbock in Paris, der ersten Station ihrer ersten Auslandsreise

Willkommen auf internationalem Parkett: Außenministerin Annalena Baerbock in Paris, der ersten Station ihrer ersten Auslandsreise

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Tag zwei der neuen Außenministerin Annalena Baerbock. Europa soll ein großes Thema ihrer Zeit als deutsche Chef-Diplomatin werden. Baerbock will ein starkes Europa, ein Kraftzentrum, das mit den Welt- und Großmächten einigermaßen auf Augenhöhe ist. Ein Europa, das  gerade in der Außen- und Sicherheitspolitik mit einer Stimme sprechen soll. Europäische China-Politik, europäische Russland-Politik, vielleicht auch europäische Energieaußenpolitik, aber dazu müsste diese Bundesregierung mit ihrer Außenministerin erst einmal die Frage beantworten, wie genau sie es mit Nord Stream 2 halten will. Die SPD will, die Grünen nicht. Was denn nun? Die Gaspipeline durch die Ostsee ist kein zutiefst europäisches Projekt. Es hilft vor allem Deutschland. Sollte Russland tatsächlich einen Krieg mit der Ukraine vom Zaun brechen, geht die Gaspipeline dann wirklich nicht in Betrieb. Und für wie lange?