Angela Merkel redet Autobossen ins Gewissen

Wahlkampf in Dortmund: Merkel redet Autobossen ins Gewissen

Für Angela Merkel hat am Samstag in Dortmund die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes begonnen. Bei einer Veranstaltung des CDU-Arbeitnehmerflügels in der Westfalenhalle rief die Kanzlerin die Autobosse dazu auf, das verspielte Vertrauen rasch wieder herzustellen.

"Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt", sagte die Bundeskanzlerin am Samstag zum Start in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs bei einer Veranstaltung des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA) in Dortmund. Dies müssten die Unternehmensführungen nun wieder herstellen. "Da muss gehandelt werden." Ehrlichkeit gehöre zur sozialen Marktwirtschaft.

"Das, was man da unter den Tisch gekehrt hat, oder wo man Lücken in den Abgastests einfach massiv genutzt hat bis zur Unkenntlichkeit, das zerstört Vertrauen", kritisierte Merkel. Nun könne nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. "Das wird noch viele Diskussionen hervorrufen."

"Hunderttausende von Arbeitsplätzen"

Wenn Deutschland Automobilstandort Nummer eins bleiben wolle, müsse man künftig stärker etwa auf die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien setzen, das autonome Fahren und die Vernetzung von Mobilität weiterbringen. "Die Frage, ob die deutsche Automobilindustrie diese Zeichen der Zeit erkannt hat, wird über ihre Zukunft entscheiden. Und damit über Hunderttausende von Arbeitsplätzen", rief Merkel.

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Merkel hobe zudem die Erfolge ihrer Regierung auf dem Arbeitsmarkt hervor. Seit der Übernahme ihrer Kanzlerschaft habe sich die Arbeitslosigkeit halbiert. Im März 2006 seien es über fünf Millionen Arbeitslose gewesen, sagte Merkel in Dortmund. "Heute haben wir 44 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Das sind richtig tolle Zahlen."

Als Erfolge nannte sie die Einführung des Mindestlohns durch die große Koalition und die Leitplanken für die Leiharbeit. "Der Mindestlohn hat vielen Menschen mehr Sicherheit gebracht", betonte die Kanzlerin. "Die soziale Marktwirtschaft bedarf immer wieder des politischen Eingreifens." Sonst würden Lücken genutzt.

Bis zur Bundestagswahl am 24. September will Merkel rund 50 Wahlkampftermine wahrnehmen. Zurzeit liegt die Union in Umfragen mit knapp 40 Prozent deutlich vor der SPD.

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(jco)