Angela Merkel lockt beim EU-Gipfel Briten mit Zugeständnissen

Ypern: Merkel lockt beim EU-Gipfel Briten mit Zugeständnissen

Mit einem Frontalangriff auf den konservativen Europawahl-Gewinner Jean-Claude Juncker hat der britische Premier David Cameron beim EU-Gipfel seine Partner provoziert. Cameron warf ihnen vor, sich mit der für heute geplanten Benennung Junckers für den Posten des EU-Kommissionschefs zu irren. Die Staatenlenker trafen sich in der westbelgischen Stadt Ypern, um an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren zu erinnern. In und um Ypern starben zwischen 1914 und 1918 etwa eine halbe Million Soldaten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ging dennoch auf Cameron zu und stellte inhaltliche Zugeständnisse in Aussicht - etwa bei der weiteren Ausrichtung der europäischen Politik in den kommenden Jahren. Merkel sagte, sie setze bei inhaltlichen Fragen auf ein "hohes Maß an Gemeinsamkeit" mit den Briten. "Ich denke, hier können wir mit Großbritannien sehr gute Kompromisse finden und auch ein Stück auf Großbritannien zugehen", sagte Merkel vor dem Gipfel beim Spitzentreffen der konservativen Europäischen Volkspartei im belgischen Kortrijk.

Im Streit um die Personalie Juncker hat Cameron signalisiert, eine formelle Abstimmung zu beantragen. Solch eine Kampfabstimmung wäre in der Geschichte des Europäischen Rates einmalig; bislang wurden Kommissionschefs einvernehmlich nominiert.

(dpa)
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