Nato-Bodentruppen gegen Russland? Putin testet den Abwehrwillen der Europäer

Analyse · Der Krieg in der Ukraine gerät in eine dramatische Phase. Die Russen gewinnen Terrain – und der Westen ist uneinig. Weder der unausgegorene Vorschlag Macrons noch die Zurückhaltung von Scholz wird Putin stoppen. Es gibt nur eine Lösung.

 Die Bilder (l.) vom deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz, Kremlchef Wladimir Putin (M.) und von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wurden vor dem Einmarsch der Russen in die Ukraine aufgenommen.

Die Bilder (l.) vom deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz, Kremlchef Wladimir Putin (M.) und von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wurden vor dem Einmarsch der Russen in die Ukraine aufgenommen.

Foto: AFP/HANNIBAL HANSCHKE

Olaf Scholz (SPD) war am Mittwochabend so klar wie selten. „Als deutscher Bundeskanzler werde ich keine Soldaten unserer Bundeswehr in die Ukraine entsenden“, sagte er in einem Video. „Die Nato ist – und wird – keine Kriegspartei. Dabei bleibt es“, erklärte er weiter. Damit hat er sich so weit wie möglich vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron entfernt, der das noch am Montag nicht ausschließen wollte. Selten war Europa so gespalten. Der Gewinner: Kremlchef Wladimir Putin. Der legte in seiner Rede zur Lage der Nation am Donnerstag noch einen drauf. Ein Einsatz von Bodentruppen berge die Gefahr eines nuklearen Konflikts, sagte der russische Präsident. Der Westen solle bedenken, so Putin, dass „wir auch über Waffen verfügen, die Ziele auf ihrem Territorium treffen können“. Und weiter: Das, womit der Westen der Welt Angst mache, „erhöht die reale Bedrohung eines Atomkonflikts, der die Zerstörung unserer Zivilisation bedeuten würde“.