Zweiter Offener Brief zum Ukraine-Krieg Die Ukraine braucht Waffen, keine Utopien

Meinung | Düsseldorf/Hamburg · Ein schneller Waffenstillstand ist derzeit ohne Kapitulation nicht zu erreichen. Das verkennen die Unterzeichner eines Appells für sofortigen Waffenstillstand. Doch die Pazifisten haben in einigen Punkten recht.

 Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr feuert bei einer Fahrt auf dem Truppenübungsplatz in Munster. Die Bundesregierung hat solche Waffen bereits in die Ukraine geliefert.

Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr feuert bei einer Fahrt auf dem Truppenübungsplatz in Munster. Die Bundesregierung hat solche Waffen bereits in die Ukraine geliefert.

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Ein wichtiger Unterschied zwischen Russland und dem freien Westen ist die Debatte um den Krieg in der Ukraine. Friedensbewegten in Moskau drohen 15 Jahre Straflager, wenn sie nur das Wort Krieg benutzen. In Deutschland – und anderen Staaten des Westens – wird den Kriegsgegnern hingegen zugehört. Es wird hierzulande gerungen um eine angemessene Antwort und Hilfe auf den Überfall Russlands, den die friedfertige Ukraine erleiden musste. Insofern ist auch der erneute offene Brief von Intellektuellen wie dem Düsseldorfer Philosophen Richard David Precht oder der Schriftstellerin Juli Zeh ein wichtiger Debattenbeitrag, auch wenn er aus Sicht vieler Ukraine-Unterstützer schwerwiegende Denkfehler enthält. Ihn als „defätistische Ratschläge eines Haufens pseudo-intellektueller Versager“ abzutun, wie es der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk tat, mag aus Sicht eines wütenden Betroffenen zwar verständlich sein. Es ist trotzdem wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Auch im Sinne der Ukraine.