Persönlich: Akif Pirinçci . . . sorgt sich um die Deutschen

Persönlich : Akif Pirinçci . . . sorgt sich um die Deutschen

Akif Pirinçci (53), in Istanbul geborener und in Bonn lebender Autor, feierte in den 90er Jahren mit seinen Katzen-Krimis "Felidae" und "Francis" Bestseller-Erfolge mit Auflagen in Millionenhöhe. Seinen literarischen Hang zu ebenso fantasievollen wie düsteren Visionen der Zukunft (zuletzt in "Slam", einem Roman über eine komplett islamisch gewordene, kaputte Welt) überträgt er seit Neuerem auch journalistisch auf das reale Leben.

Im aktuellen "Focus" schrieb er zu den Diskussionen um den NSU-Prozess ("Event des Jahres") und die fehlenden Plätze für türkische Journalisten: "Warum nicht gleich türkische Richter in deutschen Gerichtssälen?" Pirinçci sieht die deutsche Politik und linksliberale Medien in einer permanenten Kapitulations-Haltung gegenüber türkischen Vorwürfen, die nicht der Integration, sondern der Unterwerfung der deutschen Mehrheitsgesellschaft dienen sollen.

Nur greifen auch größere Autoren als Pirinçci, von Martin Walser ("Auschwitz-Keule") bis zu Günter Grass ("Mit letzter Tinte"), politisch gern gut gemeint daneben. Auf der Blog-Plattform "Die Achse des Guten" des Berufs-Polemikers Henryk M. Broder flippt Pirinçci seit 2012 jedoch politisch regelrecht aus. Nun hat er dort, wie auch auf seiner Facebook-Seite, unter dem Titel "Das Schlachten hat begonnen" einen wüsten Thesen-Mix veröffentlicht, der sich zu der Behauptung versteigt, in Deutschland finde ein Genozid an den Deutschen statt – begangen von muslimischen Jugendlichen, die in immer kürzeren Abständen bestialische Morde an deutschen Männern begingen.Pirinçci: "Es befinden sich unter den Opfern nie Frauen. Die werden in der Regel vergewaltigt." Linke Medien reagieren empört, Rechtsradikale klatschen Beifall. Pirinçcis Ausfälle erklären sich am besten durch seine Selbsteinschätzung, "ein total durchgeknallter Alkoholiker" zu sein, der "Obszönitäten von sich gibt". Schade. Die Krimis waren gut.

(RP)
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