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Ajatollah: Nichts kann Atompläne stoppen

Ajatollah: Nichts kann Atompläne stoppen

teheran/wien (jdh) Der Iran lässt sich von seinem Atomprogramm nicht abbringen: "Nichts kann die Atomarbeiten des Irans stoppen", sagte das geistliche und politische Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, im Staatsfernsehen, nachdem die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) ihre Gespräche für gescheitert erklärt und das Land verlassen hatte.

In einer ungewöhnlich scharf formulierten Note kritisierte die IAEA, dass ihrer Delegation der Zugang zu der Militäranlage Parchin verwehrt wurde. Sie vermutet dort eine Kammer für Explosionstests, was auf die Entwicklung von Kernwaffen hinweisen könnte.

Chamenei zeigte sich unbeeindruckt: "Mit Gottes Hilfe wird Irans Atomkurs entschlossen und ernsthaft fortgesetzt, unbeeindruckt von jeglicher Propaganda", sagte er im Fernsehen. Druck, Sanktionen und Mordanschläge würden daran nichts ändern. Er spielte damit auf Attentate an, denen iranische Wissenschaftler zum Opfer gefallen sind und hinter denen israelische Agenten vermutet werden.

Diplomaten erwarten im anstehenden neuen Iran-Bericht klare Aussagen der IAEA. Nach Angaben von Unterhändlern könnte das Papier "neue Indizien" enthalten, die einen dringenden Verdacht erhärten: Die Iraner streben nach Atomwaffen. Genau dies vermuten die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien seit langem. Ein solcher Report könnte Israel in seinen Angriffsplänen bestärken.

IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano brachte seine Frustration auf den Punkt: Die Befürchtungen über eine "mögliche militärische Dimension" des iranischen Atomprogramms seien nicht ausgeräumt, sagte der Japaner. "Wir sind in einer konstruktiven Haltung herangegangen, aber es wurde keine Einigung erzielt."

Amanos Kontrolleure wollten sich mit Teheran auf einen Fahrplan zur Klärung der unbeantworteten Fragen einigen – vergeblich. Besonders "enttäuscht" zeigte sich der IAEA-Chef, dass Teheran den Inspektoren den Zugang zu dem Militärkomplex in Parchin verweigerte. Nach Erkenntnissen der IAEA errichteten die Iraner dort eine Kammer, um hochexplosiven Sprengstoff von bis zu 70 Kilogramm Gewicht zu testen.

Die Explosionsversuche stünden "möglicherweise im Zusammenhang mit nuklearen Materialien", heißt es in dem letzten IAEA-Bericht von November 2011. In diesem Bericht schildern die Nuklearwächter detailliert die Aktivitäten, die laut westlichen Diplomaten keinen ernsthaften Zweifel über Irans Streben nach einer atomaren Bewaffnung lassen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte Teheran auf, den "unverantwortlichen Kurs der Intransparenz und Nicht-Kooperation endlich zu beenden". Es sei "bedauerlich und schädlich", dass die Inspektoren ohne Ergebnis abreisen mussten. Gleichwohl sei die Bundesregierung auch weiterhin grundsätzlich zu einer Wiederaufnahme der Atomgespräche bereit.

(RP)