Bremen: AfD distanziert sich von "Pegida"

Bremen : AfD distanziert sich von "Pegida"

Die Alternative für Deutschland sieht sich als Partei eines demokratischen Typs.

Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) will nach den Worten ihres Mit-Vorsitzenden Konrad Adam den "Altparteien den Marsch blasen", damit in Deutschland endlich bessere politische Musik gespielt werde. Zu Beginn ihres Bundesparteitags in Bremen distanzierte sich AfD-Gründer Bernd Lucke zudem von der außerparlamentarischen "Pegida"-Opposition. Zugleich sorgt sich die Partei um die grassierende Abkehr der Bürger von der Politik. Luckes Co-Vorsitzende Frauke Petry sagte, sie sehe vor allem im Osten eine Politikverdrossenheit, die bereits die Demokratie bedrohe. Der stellvertretende Partei-Vorsitzende Alexander Gauland bezeichnete die zurückgetretene sächsische "Pegida"-Organisatorin Kathrin Oertel als kluge, durchsetzungsfähige Führungspersönlichkeit.

Petry machte sich auch für eine Einwanderungspolitik stark, die wie in Kanada auf einem Punktesystem basiert. Eine solche Politik ziele auf den maximalen Nutzen für das Einwanderungsland und den Zuwanderungswilligen, betonte Petry. Die 39-Jährige appellierte an die Delegierten, Einigkeit und politische Solidität zu demonstrieren, unterschiedliche Auffassungen auszuhalten und so dem Ruf der AfD als Partei neuen demokratischen Typs gerecht zu werden.

Lucke ließ eine erneute Kandidatur für den Vorsitz seiner Partei offen. Er werde die Entscheidung darüber erst nach dem Parteitag fällen, sagte er gestern. Die rund 2000 Parteitagsteilnehmer sollen über eine Reform entscheiden, in deren Mittelpunkt die Verkleinerung des Vorstands von den derzeit drei gleichberechtigten Sprechern Lucke, Petry und Adam auf nur einen Parteivorsitzenden steht.

Für heute ist auch eine Demonstration gegen die rechtskonservative AfD mit mehreren Tausend Teilnehmern angekündigt.

(RP)
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