Abkehr vom Turbo-Abi: Eine Leitentscheidung, die gar keine ist

Abkehr vom Turbo-Abi: CDU und FDP schieben die Verantwortung weiter

CDU und FDP haben sich bei ihren Koalitionsverhandlungen auf die Abkehr vom Turbo-Abi geeinigt. Aber sie halten allen Schulen eine so breite Hintertür in Richtung G8 auf, dass die Schulen letztlich selbst entscheiden müssen. Das ist ein Weiterschieben von Verantwortung.

Vor gut zehn Jahren führte eine schwarz-gelbe Landesregierung in NRW das Turbo-Abi ein. Jetzt wollen Armin Laschet (CDU) und Christian Lindner (FDP) das Rad in großen Teilen wieder zurückdrehen.

Kehrtwenden sind in der Politik wie im wirklichen Leben unbeliebt. Aber sie sind immer noch besser als das trotzige Festhalten an falschen Entscheidungen. Die Einführung des Turbo-Abis war damals noch Konsens sämtlicher Parteien im Landtag. Der G8-Leitgedanke, schonender mit der Lebenszeit der Kinder umgehen zu wollen, entsprach dem Zeitgeist. Aber in der Praxis erwies sich das Turbo-Abi als Stress-Turbo. Der Korrekturbedarf ist offensichtlich.

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Vorwerfen muss man Laschet und Lindner allerdings, dass sie ihr neues G9-Bekenntnis nicht konsequent umsetzen. Sie halten allen Schulen eine so breite Hintertür in Richtung G8 auf, dass die Schulen letztlich selbst entscheiden müssen. Die Experten für solche Entscheidungen sitzen aber in den Ministerien und nicht in den Schulen.

CDU und FDP haben entschieden, dass andere entscheiden sollen. Dieses Weiterschieben von Verantwortung auch noch als "Leitentscheidung" zu verkaufen, ist ein frecher Etikettenschwindel.

(tor)