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Düsseldorf: Ab Dienstag Lehrerstreik in NRW

Düsseldorf : Ab Dienstag Lehrerstreik in NRW

Vom Unterrichtsausfall sollen nach dem Willen der GEW zunächst Schulen in Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal betroffen sein. Streiken dürfen aber nur die angestellten Lehrkräfte.

Eltern und Schüler in Nordrhein-Westfalen müssen sich in der kommenden Woche auf Lehrerstreiks einstellen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um Druck auf die Länder als Arbeitgeber auszuüben. Gefordert wird eine deutliche Verbesserung der Einkommenssituation von angestellten Lehrkräften. An den Streiktagen werde nur eingeschränkter Unterricht möglich sein, hatte die GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer zu Wochenbeginn angekündigt.

Der Auftakt soll am Dienstag im Regierungsbezirk Düsseldorf erfolgen. Betroffen sind nach Mitteilung der GEW die Städte Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal. Am Mittwoch sind Lehrerstreiks in den Regierungsbezirken Köln und Detmold geplant. In den Regierungsbezirken Münster und Arnsberg soll nach Gewerkschaftsangaben die "erste Warnstreikrunde" beendet werden. In NRW gibt es nach Angaben des Schulministeriums 176 857 Lehrkräfte, von denen die allermeisten verbeamtet sind und demnach nicht streiken dürfen. Lediglich 32 939 Lehrer sind Tarifbeschäftigte. Die GEW in NRW vertritt nach eigenen Angaben rund 10 000 Lehrkräfte sowie Sozialarbeiter.

Hintergrund der Streikaktionen sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen in Potsdam für die Angestellten der Länder. Die Gewerkschaften fordern 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 175 Euro. Darüber hinaus pocht die GEW auf eine bundesweit einheitliche Eingruppierung der insgesamt 200 000 angestellten Lehrer. Bisher wird ihre Eingruppierung von den Ländern festgelegt. Die GEW bezeichnet das als "vordemokratisch". Mit diesem Anachronismus müsse jetzt Schluss sein, zumal die Eingruppierung im Vergleich zu den Beamten bisher stets eine Stufe schlechter ausgefallen sei, so Schäfer.

Die GEW pocht auf Gleichsetzung der Tarifbeschäftigten mit den verbeamteten Lehrern. Außerdem sollen Pädagogen mit derselben Ausbildung gleich, und nicht von der Schulform abhängig eingruppiert werden. Zuletzt hatte die GEW die angestellten Lehrer 2009 zu Streiks aufgerufen. Wie das Schulministerium erklärte, haben die streikenden Lehrer keinen Anspruch auf Entgeltzahlung. Ihnen wird also das Gehalt für die infolge des Streiks ausgefallenen Stunden anteilmäßig gekürzt.

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Die Landesvorsitzende des Elternvereins, Regine Schwarzhoff, sagte unserer Zeitung, sie bewerte die Streikankündigung zwiespältig. Einerseits sei "jede ausgefallene Unterrichtsstunde eine Stunde zuviel". Schließlich habe jeder junge Mensch nur eine Schulzeit. Insofern wäre es zu begrüßen, wenn alle Lehrer Beamte wären. Auf der anderen Seite habe sie Verständnis für die Forderungen der Lehrer. Eine bessere Bezahlung würde auch dazu führen, dass mehr qualifizierte Kräfte in den Schuldienst gelangten.

Zu Wochenbeginn hatte Schulministerin Sylvia Löhrmann bekanntgegeben, dass landesweit 1,7 Prozent des Unterrichts ausfallen. Diese Zahl wird insbesondere von den Elternvertretern infrage gestellt. Die Diskussion hält unvermindert an.

(RP)