Düsseldorf: 5. August soll Gedenktag sein

Düsseldorf : 5. August soll Gedenktag sein

Der Bundestag hat sich gestern mit den Stimmen von Union und FDP für einen bundesweiten Gedenktag am 5. August für die Opfer der Vertreibung ausgesprochen. SPD, Grüne und Linke stimmten gegen den Antrag von Schwarz-Gelb. Die Bundesregierung soll nun prüfen, ob der 5. August als Gedenktag geeignet wäre. Die Opposition hatte zuvor das Vorhaben der Koalition scharf kritisiert.

Umstritten war vor allem das Datum 5. August. An diesem Tag hatten 1950 die Landsmannschaften die "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" verabschiedet, in der sie auf Rache und Vergeltung verzichteten. Die Charta ist laut Koalition ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zu "Integration und Aussöhnung". Unter Historikern ist sie aber umstritten. Auch Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) kritisierte: "Es ist nicht ein Anflug von historischer und politisch-moralischer Distanz zu dieser Charta der Vertriebenen zu erkennen." Die Charta lese sich, als habe es Holocaust und Millionen Kriegstote nicht gegeben. Es handele sich um ein "fatal falsches Signal", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth der "Süddeutschen Zeitung". Die CDU wies die Kritik zurück. Ein bundesweiter Gedenktag sei die angemessene Würdigung des millionenfachen unsäglichen Leids der Vertriebenen, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Bereits 2003 hatte der Bundesrat gefordert, den 5. August zum Gedenktag zu bestimmen. Die damalige rot-grüne Regierung lehnte aber ab.

(RP)
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