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147 Opfer rechtsextremistischer

147 Opfer rechtsextremistischer

Die Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle "Nationalsozialistischer Untergrund" lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass seit 1990 in Deutschland fast 150 Menschen durch Sie wurden erschossen, erstochen, erstickt oder zu Tode gehetzt. Allein 24 Morde geschahen in Nordrhein-Westfalen.

1990

7. Oktober Andrzej Fratczak wird bei einem Überfall durch drei Jugendliche vor einem Nachtclub in Lübbenau (Brandenburg) totgeschlagen und totgetreten. Die drei deutschen Täter werden zu Freiheitsstrafen zwischen acht und 45 Monaten verurteilt.

24. November* Amadeu Antonio Kiowa (28) wird in Eberswalde (Brandenburg) bei einem Angriff von 50 Rechtsextremisten auf drei Personen afrikanischer Herkunft vor einem Gasthof mit Knüppeln ins Koma geprügelt. Kiowa stirbt elf Tage später.

11. Dezember Klaus-Dieter Reichert (24) wird in seiner Wohnung in Berlin-Lichtenberg von drei Skinheads, die beauftragt waren, bei ihm Schulden einzutreiben, zusammengeschlagen. In Panik springt er aus dem Fenster, fällt zehn Stockwerke tief und stirbt.

28. Dezember Nihad Yusufoglu (17) wird in Hachenburg (Rheinland-Pfalz) von einem gleichaltrigen Skinhead mit einem Messerstich ins Herz getötet.

31. Dezember Ein Obdachloser (31) wird in Flensburg (Schleswig-Holstein) von jugendlichen Skinheads zusammengeschlagen. Er stirbt sechs Tage später an seinen Verletzungen.

31. Dezember Alexander Selchow (21), Bundeswehrsoldat, wird in Rosdorf (Niedersachsen) von zwei 18-jährigen Skinheads mit mehreren Messerstichen schwer verletzt. Er stirbt einen Tag später an den Folgen des Angriffs.

1991

31. März* Jorge João Gomondai (28) wird in Dresden (Sachsen) während einer Auseinandersetzung mit Skinheads aus einer fahrenden Straßenbahn gestoßen oder sieht sich aus Angst dazu gezwungen, aus der Bahn zu springen. Er erliegt seinen schweren Kopfverletzungen.

8. Mai Matthias Knabe (23) wird bei Gifhorn (Niedersachsen) von 15 Rechtsextremen angegriffen. Im Verlauf des Angriffs treiben sie den Punker auf die Bundesstraße 4, wo er von einem Auto erfasst wird. Seine schweren Hirnverletzungen führen am 4. März 1992 zu seinem Tod.

4. Juni Der Obdachlose Helmut Leja (39) wird in Gifhorn (Niedersachsen) von einem Jugendlichen erstochen. Der Täter gehört der örtlichen Skinheadszene an und beschimpft Helmut Leja im Vorfeld als "Abschaum".

15. Juni* Agostinho Comboio (34) wird in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) von einem Rechtsextremen verprügelt und erstochen.

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19. September* Samuel Kofi Yeboah (27) verbrennt in einem Asylbewerberheim in Saarlouis (Saarland), auf das ein Brandanschlag verübt worden war.

1. Dezember Gerd Himmstädt (30) wird in Hohenselchow (Brandenburg) von sieben Jugendlichen mit Baseballschlägern zusammengeschlagen. Die Täter gehören nach eigenem Bekunden "dem Kern der rechten Szene an". Gerd Himmstädt stirbt am 3. Dezember an den Folgen des Angriffs.

12. Dezember* Timo Kählke (29) wird in Meuro (Brandenburg) von Mitgliedern einer "Wehrsportgruppe" erschossen, als diese sein Auto für einen geplanten Überfall stehlen wollen.

1992

31. Januar Eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka stirbt bei einem Brandanschlag auf ihre Flüchtlingsunterkunft in Lampertheim (Hessen).

15. März* Dragomir Christinel (18), Asylbewerber, wird bei einem Überfall von 25 Skinheads auf ein Asylbewerberheim in Saal (Mecklenburg-Vorpommern) aus Rache für eine vorausgegangene Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Rumänen zu Tode geprügelt.

18. März* Gustav Schneeclaus (52), Seemann, bezeichnet Hitler als "großen Verbrecher". Darauf wird er in Buxtehude (Niedersachsen) von Skinheads so schwer misshandelt, dass er am 22. März stirbt.

19. März* Ingo Finnern (31), Obdachloser, wird in Flensburg (Schleswig-Holstein) von einem Skinhead ins Hafenbecken gestoßen, nachdem er sich ihm als Sinto zu erkennen gegeben hat. Er ertrinkt.

4. April Erich Bosse kommt bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Hörstel ums Leben.

24. April* Nguyen Van Tu (24) will zwei vietnamesischen Freunden helfen, die in Berlin-Marzahn von einer Gruppe rechter Jugendlicher verprügelt wurden. Er will die Jugendlichen zur Rede stellen und wird von einem von ihnen mit einem Messer erstochen.

9. Mai* Thorsten Lamprecht (23) wird in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) bei einem Überfall von 60 Skinheads auf eine Punk-Fete mit Baseballschlägern attackiert. Er stirbt am 11. Mai.

1. Juli Emil Wendtland (50), Obdachloser, wird von drei Skinheads, die sich zum "Pennerklatschen" verabredet haben, im Rosengarten von Neuruppin (Brandenburg) zusammengeschlagen und anschließend erstochen.

8. Juli* Sadri Berisha (56), Kosovo-Albaner, wird von sieben Skinheads, die "Polacken klatschen" wollten, bei einem Angriff auf seine Unterkunft in Ostfildern (Baden-Württemberg) mit einem Baseballschläger erschlagen.

1. August Dieter Klaus Klein (49), Obdachloser, wird von zwei Skinheads im Stadtpark von Bad Breisig (Rheinland-Pfalz) zusammengetreten, weil er sich über den Lärm und die "Sieg Heil"-Rufe beschwert hat. Danach wird er mit einem Kampfmesser erstochen.

3. August Ireneusz Szyderski (24), Erntehelfer, wird nach dem Besuch eines Diskozeltes in Stotternheim (Thüringen) nach dem Versuch, das Gelände über einen Zaun zu verlassen, von drei Ordnern, die der Skinheadszene angehörten, so schwer verprügelt, dass er an den Verletzungen an Kopf und Rücken stirbt.

24. August Frank Bönisch (35) stirbt, als ein 23-jähriger Skinhead auf dem Zentralplatz in Koblenz (Rheinland-Pfalz) die gesamte Munition seiner Handfeuerwaffe auf eine Gruppe Obdachloser, Punks und Drogenabhängiger abfeuert.

29. August Günter Heinrich Hermann Schwannecke (58), Obdachloser, wird mit einem weiteren Obdachlosen auf einer Parkbank in Berlin-Charlottenburg von einem Mitglied des rechtsextremen Ku-Klux-Klan mit einem Baseballschläger misshandelt. Schwannecke erliegt am 5. September seinen Verletzungen.

11. Oktober* Waltraud Scheffler, Aushilfskellnerin, versucht, bei einem Überfall von Neonazis auf ein Lokal in Geierswalde (Sachsen) auf die mit "Sieg Heil"-Rufen Eindringenden einzureden und wird dabei mit einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen. An ihren schweren Verletzungen stirbt sie zwölf Tage später.

7. November* Rolf Schulze (52), Obdachloser, wird bei Lehnin (Brandenburg) von zwei Skinheads getreten, geschlagen, mit einer Propangasflasche verprügelt und mehrmals in den Kölpinsee getaucht. Seine Leiche wird mit Benzin übergossen und angezündet.

13. November* Karl-Hans Rohn (53), Metzger, wird in Wuppertal in einem Lokal von zwei Rechtsextremisten geschlagen, angezündet und erstickt, nachdem er sich als Jude ausgegeben hatte.

21. November* Silvio Meier (27), Drucker, gehört zu einer Gruppe von vier Linken, die in Berlin in eine Auseinandersetzung mit fünf Neonazis geraten, als die Linken einen Neonazi aufforderten, den Aufnäher "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein" abzunehmen. Meier wird mit Messerstichen in die Lunge getötet.

23. November* Bahide Arslan (51), Yeliz Arslan (10) und Ayse Yilmaz (14) verbrennen in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wird.

18. Dezember Hans-Jochen Lommatsch (51), Baumaschinist, will in Oranienburg (Brandenburg) nach seinem Auto sehen, als er von zwei Skinheads angegriffen und von einem der beiden mit Tritten und Faustschlägen getötet wird.

27. Dezember Sahin Calisir (20) wird auf der Autobahn 57 bei Meerbusch von einem Rechtsradikalen mit dem Auto verfolgt und gerammt. Aus Angst verlässt Calisir seinen Wagen, wird von einem Auto überfahren und stirbt.

1993

15. Januar* Karl Sidon (45), Parkwächter, gerät in Arnstadt (Thüringen) mit rechten Jugendlichen in Streit und wird bewusstlos geschlagen. Danach ziehen ihn die Jugendlichen auf die Straße, wo er von vorbeifahrenden Autos überfahren wird. Er stirbt im Krankenhaus.

20. Februar* Mike Zerna (22) wird in Hoyerswerda (Sachsen) bei einem Überfall rechter Skinheads auf linke Musiker zusammengeschlagen. Sie rufen "Schlagt die Zecken tot!" und kippen ein Auto auf den schon am Boden liegenden Zerna. Er stirbt sechs Tage später.

9. März* Mustafa Demiral (56) wird in Mülheim/Ruhr von zwei Deutschen rassistisch angepöbelt. Als der Herzkranke sich zur Wehr setzt, zielen sie mit einer Gaspistole auf seinen Kopf. Mustafa Demiral bricht zusammen und stirbt kurz darauf an einem Herzanfall.

12. März Hans-Peter Zarse (18), Skinhead, gerät mit einem weiteren Mitglied der Szene in der Nähe von Uelzen (Niedersachsen) während einer Moped-Panne in Streit. Sein Kamerad fühlt sich in seiner "Ehre beeinträchtigt". Er ersticht Zarse.

24. April Matthias Lüders (23), Wehrpflichtiger, erhält bei einem Überfall 40 rechter Skinheads auf eine Disco in Obhausen (Sachsen-Anhalt) zwei Schläge auf den Kopf und stirbt zwei Tage später.

8. Mai Belaid Baylal (42), Asylbewerber, wird von zwei Skinheads in einer Gaststätte in Belzig (Brandenburg) angegriffen, beschimpft und verprügelt. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wird er ins Krankenhaus eingeliefert. Am 4. November 2000 stirbt er an den Spätfolgen.

26. Mai Jeff Dominiak (25), deutsch-ägyptischer Schauspieler, wird bei Waldeck (Brandenburg) von einem betrunkenen 17-jährigen Neonazi mit einem gestohlenen Auto überfahren.

29. Mai* Gürsün Inçe (27), Hatice Genç (18), Hülya Genç (9), Saime Genç (4) und Gülüstan Öztürk (12) sterben bei einem Brandanschlag auf das von der Familie Genç bewohnte Haus in Solingen.

5. Juni Horst Hennersdorf (37), Obdachloser, wird in Fürstenwalde (Brandenburg) von zwei jungen Rechtsextremisten zu Tode gequält. Mehrere Zeugen beobachten die Tat, ohne einzuschreiten.

9. Juli* Ein schlafender Obdachloser (33) wird in Marl als "Judensau" beschimpft und von einem rechten Skinhead mit Schlägen und Tritten misshandelt. Er erliegt seinen Verletzungen drei Monate später.

28. Juli Hans-Georg Jakobson (35) wird im Schlaf von drei rechten Skinheads in einer S-Bahn nahe Strausberg (Brandenburg) geschlagen. Anschließend werfen sie ihn aus der fahrenden S-Bahn. Er stirbt an seinen Verletzungen.

7. Dezember Bakary Singateh (19), Asylbewerber, wird im Eilzug von Hamburg nach Buchholz (Niedersachsen) von einem 54-jährigen Deutschen durch einen Messerstich in den Bauch tödlich verletzt, weil sich dieser durch den Asylbewerber gestört gefühlt hatte.

1994

5. April Eberhart Tennstedt (43), Obdachloser, wird in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) von einer Clique geschlagen und mit Schüssen aus einer Gaspistole in einen Fluss getrieben. Die Täter hindern ihr Opfer daran, den Fluss zu verlassen, woraufhin der alkoholisierte Tennstedt ertrinkt.

28. Mai Klaus R. (43) gerät mit einer Gruppe von sechs Skinheads, die eine Wohnung in einem Mietshaus in Leipzig (Sachsen) besetzt haben, in Streit und wird von diesen zu Tode geprügelt.

23. Juli Beate Fischer (32), Prostituierte, wird von drei Skinheads getötet und vor die Mülltonnen eines Hauses in Berlin-Reinickendorf gelegt. Zuvor ist sie mehrfach vergewaltigt worden.

26. Juli Jan W. (45), polnischer Bauarbeiter, wird von einer Gruppe junger Deutscher in die Berliner Spree getrieben und gewaltsam daran gehindert, ans Ufer zurückzuschwimmen. Er ertrinkt.

6. August Gunter Marx (42) wird in Velten (Brandenburg) von einer Gruppe Rechter, die ihn ausrauben wollen, vom Fahrrad getreten. Als er ihnen sagt, dass er kein Geld bei sich habe, wird er mit einem Schraubenschlüssel erschlagen.

1995

5. Februar Horst Pulter (65), Obdachloser, wird auf einer Parkbank im Stadtpark von Velbert im Schlaf von sieben rechtsextremistischen Jugendlichen durch Tritte verletzt. Einer der Jugendlichen versetzt ihm einen tödlichen Messerstich.

25. Mai* Peter T. (24), Bundeswehrsoldat, wird bei einem Ausflug an einen Stausee bei Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) von etwa 20 Skinheads, die zuvor Pakistanis angegriffen hatten, zusammengeschlagen. Er stirbt neun Tage später.

16. Juli Dagmar Kohlmann (25) wird in Altena vom vorbestraften und per Haftbefehl gesuchten Neonazi Thomas Lemke und dessen Freundin stundenlang misshandelt und tot im Wald verscharrt.

7. September Der homosexuelle Klaus-Peter Beer (48) wird von zwei Skinheads in Amberg (Bayern) in die Vils geworfen und ertrinkt.

1996

3. Februar* Patricia Wright (23) wird in Bergisch Gladbach von dem Neonazi Thomas Lemke misshandelt, vergewaltigt und anschließend erstochen, weil sie bei einer früheren Begegnung einen "Nazis Raus"-Aufnäher getragen hatte.

15. Februar* Sven Beuter (23) wird in Brandenburg (Brandenburg) von einem Skinhead so schwer verprügelt, dass er fünf Tage später stirbt.

15. März* Martin Kemming (26), Aussteiger aus der rechten Szene, wird in Dorsten-Rhade von dem Neonazi Thomas Lemke erschossen. Er hatte Kemming für einen Verräter gehalten, da er von ihm angezeigt und belastet worden war.

8. Mai Bernd G. (43), Geschäftsmann, wird in Leipzig-Wahren (Sachsen) nach einer Zechtour mit drei Rechtsextremisten von ihnen zusammengeschlagen und erstochen. Die Leiche versenken die drei Täter in einem See.

11. Juli Boris Morawek (26) wird auf einem Platz in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) von zwei Skinheads mit Tritten und Schlägen traktiert, weil er als "Kinderschänder keine Rechte mehr habe". Zwei Tage später stirbt er an seinen schweren Kopfverletzungen.

19. Juli Werner Weickum (44), Elektriker, wird am Bahnhof von Eppingen (Baden-Württemberg) von einer rechten Jugendbande überfallen, ausgeraubt und totgeprügelt.

1. August Andreas Götz (34) wird durch sechs rechte Jugendliche in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) überfallen. Sie erbeuten 90 Mark und erpressen die Geheimnummer seiner EC-Karte, indem sie auf ihn einschlagen und ihm auf den Kopf springen. Götz stirbt an den Folgen.

23. November Achmed Bachir (30), Asylbewerber, wird in Leipzig (Sachsen) vor einem Gemüseladen mit einem Messerstich ins Herz getötet, als er zwei Kolleginnen zu Hilfe kommt, die von zwei Skinheads attackiert und als "Türkenschlampen" bezeichnet werden.

1997

31. Januar Phan Van Toau (42) wird am Bahnhof Fredersdorf (Brandenburg) von einem 30-Jährigen und einem 36-Jährigen mehrfach geschlagen und mit dem Kopf auf den Betonboden geworfen. Er stirbt am 30. April in einer Reha-Klinik.

8. Februar* Frank Böttcher (17), Punker, wird in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) von einem Gleichaltrigen mit Springerstiefeln getreten. Anschließend sticht er dem am Boden Liegenden mit einem Butterfly-Messer mehrfach in den Rücken. Böttcher stirbt im Krankenhaus.

13. Februar Antonio Melis (37) wird in Caputh (Brandenburg) von einem 18-Jährigen und einem 25-Jährigen mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt und anschließend in der Havel ertränkt.

23. Februar* Stefan Grage, Polizist, wird auf dem Autobahn-Parkplatz Roseburg (Schleswig-Holstein) vom flüchtigen Rechtsextremisten Kai Diesner erschossen.

17. April Olaf Schmidke und Chris Danneil, Rechtsextreme aus Berlin, werden von "Kameraden" niedergestochen.

22. April Horst Gens (50), Arbeitsloser, wird in Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Männern entführt, geschlagen und in einen Straßengraben geworfen. Die Täter kommen später zurück und erschlagen ihn mit einem 30 Kilo schweren Stein.

8. Mai* Augustin Blotzki (59), Arbeitsloser, wird in Königs Wusterhausen (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten zweimal innerhalb weniger Stunden in seiner Wohnung überfallen und zuletzt zu Tode geprügelt.

23. September Matthias S. (39) wird in Cottbus (Brandenburg) von einem 19-jährigen Skinhead erstochen, nachdem er diesen als "Nazisau" beschimpft hatte.

14. Oktober Josef Anton Gera (59), Rentner, werden in Bochum von zwei 26- und 34-jährigen Skinheads schwere innere Verletzungen mit einem Stahlrohr zugefügt, denen er am 17. Oktober erliegt.

1998

26. März Jana Georgi (14) wird in Saalfeld (Thüringen) auf offener Straße von einem rechtsgerichteten 15-Jährigen erstochen, den sie zuvor als "Fascho" bezeichnet hat.

4. Juli* Nuno Lourenço, Zimmermann, wird von acht Männern zwischen 18 und 20 Jahren in Leipzig (Sachsen) zusammengeschlagen. Er stirbt am 29. Dezember in Portugal an den Folgen.

1999

13. Februar* Farid Guendoul (alias Omar Ben Noui, 28), Asylbewerber, wird in Guben (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten gejagt und tritt auf der Flucht eine Glastür ein, wobei er sich tödliche Verletzungen zuzieht.

17. März Egon Efferts (58), Frührentner, wird in Duisburg von drei Skinheads "aus purer Lust auf Menschenjagd" totgetreten.

9. August* Peter Deutschmann (44), Obdachloser, wird in Eschede (Niedersachsen) von einem 17-Jährigen und einem 18-Jährigen totgetreten, nachdem er sie mehrmals aufgefordert hatte, "den Scheiß mit dem Skinhead-Gehabe zu lassen".

15. August* Carlos Fernando (35) aus Mosambik wird in Kolbermoor (Bayern) von einem 31-Jährigen totgeprügelt, der sich zuvor darüber aufgeregt hat, dass das Auto seiner Freundin von Afrikanern zugeparkt worden ist.

2. Oktober Patrick Thürmer (17), Lehrling, wird auf einem Punk-Festival in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) von Skinheads angegriffen. Thürmer und einem Freund gelingt es zunächst, zu einem Bauernhof zu flüchten. Dort wird er von drei Skinheads mit Fußtritten, einer Axt und einem Billardqueue bewusstlos geprügelt. Thürmer stirbt im Krankenhaus.

6. Oktober Kurt Schneider (38), Sozialhilfeempfänger, wird von vier Skinheads in Berlin-Lichtenberg zu Tode gequält.

8. Oktober Hans-Werner Gärtner (37) wird in Löbejün (Sachsen-Anhalt) aufgrund seiner geistigen Behinderungen Opfer dreier Erwachsener im Alter von 25 bis 27 Jahren. Die Täter schlagen und misshandeln ihn so sehr, dass Gärtner seinen schweren Verletzungen erliegt.

1. November Daniela Peyerl (18), Karl-Heinz Lietz (54), Horst Zillenbiller (60) und Ruth Zillenbiller (59) werden vom 16-jährigen Martin Peyerl, dem Bruder Daniela Peyerls, in Bad Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter, der rechtsextrem und gewaltverherrlichend eingestellt war, tötet sich selbst.

2000

31. Januar Bernd Schmidt (52), obdachloser Glasdesigner, stirbt an Hirnblutungen und einer Lungenentzündung, die er sich durch das Einatmen von Blut zuzieht. Er ist in seiner Baracke in Weißwasser (Sachsen) von zwei 15-jährigen und einem 16-jährigen Jugendlichen über einen Zeitraum von drei Tagen zu Tode geprügelt worden.

29. April Helmut Sackers (60) wird von einem Neonazi im Treppenhaus eines Plattenbaus in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) erstochen, weil er sich über das laute Abspielen von Nazimusik, unter anderem des Horst-Wessel-Lieds, beschwert hat.

25. Mai Dieter Eich, Sozialhilfeempfänger, wird von vier rechten Jugendlichen, die "einen Asi klatschen" wollen, in seiner Wohnung in Berlin-Pankow zusammengeschlagen und erstochen.

31. Mai Falko Lüdtke (22) wird in Eberswalde (Brandenburg) vor ein Taxi gestoßen und überfahren.

11. Juni* Alberto Adriano (39) wird in der Nähe des Stadtparks in Dessau (Sachsen-Anhalt) von drei rechten Jugendlichen bewusstlos geschlagen. Sie schleifen Adriano in den Park und schlagen ihn so lange weiter, bis die Polizei kommt. Drei Tage später stirbt er.

(RP)