"Nicht bewaffnet gewesen": Zeitung: Schmökel widerspricht Polizei zu Ablauf der Festnahme

"Nicht bewaffnet gewesen" : Zeitung: Schmökel widerspricht Polizei zu Ablauf der Festnahme

Berlin (AP). Der schwer verletzte Sexualverbrecher Frank Schmökel erhebt nach Angaben seines Anwalts Vorwürfe gegen die beiden Polizisten, die ihn bei seiner Festnahme mit einem Bauchschuss niederstreckten. Rechtsanwalt Karsten Beckmann aus Berlin, der Schmökel schon früher vertrat, besuchte den 38-Jährigen am Wochenende im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg (Foto) bei Dortmund. Der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe) zufolge berichtete Beckmann, Schmökel habe ihm versichert, dass er bei seiner Festnahme in Sachsen unbewaffnet gewesen sei.

Schmökel habe beteuert, er habe entgegen der offiziellen Darstellung die beiden Polizeibeamten nicht mit einem Messer bedroht, sagte der Anwalt. Er sei mit erhobenen Händen aus seinem Versteck gekommen und habe den Polizisten zugerufen: "Ich bin Frank Schmökel".

Schmökel war am Dienstag vergangener Woche nach zweiwöchiger Flucht bei Bautzen gestellt und niedergeschossen worden. Zwei Tage darauf wurde er zur Behandlung nach Fröndenberg verlegt. Der wegen Vergewaltigung von Kindern und versuchten Mordes verurteilte und in der Nervenklinik Neuruppin inhaftierte 38-Jährige hatte am 25. Oktober einen Besuch bei seiner schwer kranken Mutter zur Flucht genutzt, wobei er einen Pfleger niederstach. Er soll dann einen Rentner erschlagen und dessen Auto geraubt haben.

Beckmann sagte, er habe sich etwa eine Dreiviertelstunde mit Schmökel unterhalten sei von diesem mit seiner weiteren Vertretung beauftragt worden. "Sein Zustand ist stabil, er ist auch nicht lebensmüde. Allerdings wusste er nicht, wo er sich befindet." Beckmann sagte, die Aussage seines Mandanten müsse nun geprüft werden. Nach Angaben des Ärztlichen Direktors des Haftkrankenhauses muss Schmökel noch etwa zehn bis 14 Tage intensiv betreut werden. Dann soll er zurück nach Brandenburg verlegt werden.

(RPO Archiv)
Mehr von RP ONLINE