Neues Gutachten der Staatsanwaltschaft Salzburg: Zeitung: Heizung dürfte Katastrophe von Kaprun ausgelöst haben

Neues Gutachten der Staatsanwaltschaft Salzburg : Zeitung: Heizung dürfte Katastrophe von Kaprun ausgelöst haben

Wien (rpo). Könnte ein überhitzter Heizstrahler in einem Waggon der Gletscherbahn das Unglück von Kaprun ausgelöst haben? Diese Vermutung legt ein Gutachten der Staatsanwaltschaft nahe.

Dies gehe aus Gutachten im Auftrag der Salzburger Staatsanwaltschaft hervor, berichtete die österreichische Tageszeitung "Kronen Zeitung" am Freitag. Die Analyse sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der im Fußraum installierte Heizstrahler eine Plastikleitung in Brand gesetzt habe, die das Hydrauliksystem mit dem Druckmesser im Führerstand verband.

Der Strahler, der eine Oberflächentemperatur von bis zu 250 Grad Celsius hatte, habe sich nur etwa 15 Zentimeter entfernt von der Leitung befunden. Der Leitungsbrand erkläre nun, warum sich die Türen der Gletscherbahn hydraulisch nicht mehr öffnen ließen. Das entscheidende Gesamtgutachten soll Anfang September dem Gericht vorgelegt werden, berichtete die Zeitung. Von dem Gutachten hängt eine Anklage wegen der Gletscherbahnkatastrophe ab.

Das Landesgericht Salzburg ermittelt zur Zeit gegen 25 bis 30 Personen, zu denen Mitarbeiter der Gletscherbahn, Beamte der Kontrollbehörden und Mitarbeiter von Zulieferfirmen gehören.

Bereits in der Vergangenheit hatten Medien einen defekten Heizstrahler als wahrscheinlichste Brandursache genannt. Es wurde zudem vermutet, dass ausgetretene Bremsflüssigkeit und illegale Holzeinbauten in den Waggons den Brand in der Folge angefacht hätten. Unter den Toten bei der Katastrophe vom November des Vorjahres waren auch 37 Deutsche. Der US-Anwalt Edward Fagan hat bereits im Auftrag von Hinterbliebenen in den USA Klagen gegen die Gletscherbahn-Betreiber eingebracht.

(RPO Archiv)