Kalte Duschen für die Elefanten: Zoo: Bei Affenhitze gibt es Baby-Creme und Eisbombe

Kalte Duschen für die Elefanten : Zoo: Bei Affenhitze gibt es Baby-Creme und Eisbombe

Hamburg (rpo). Bei den derzeitigen Temperaturen kommen nicht nur Menschen ins Schwitzen. Auch Zootieren läuft der Schweiß nur so durch den Pelz. Doch die Tiergärten in Deutschland haben sich so einiges einfallen lassen, um ihren Schützlingen die Hitze so erträglich wie möglich zu machen.

"Den Tieren geht es bei diesen Temperaturen besser als uns Menschen." Davon ist Isabel Koch vom Stuttgarter Zoo Wilhelma überzeugt: "Sie müssen nicht arbeiten und können sich der Hitze besser entziehen - im Schatten oder im Wasserbecken." Und wenn das nicht ausreicht, hilft der Mensch weiter. Den Eisbären im Zoo Wuppertal wird jeden zweiten Tag eine vitaminreiche "Eisbombe" serviert. An Möhren, Äpfeln und Fischen, in einem Wassereimer zu einem großen Block gefroren, laben sich die Tiere besonders gern.

Fisch-Eis gehört auch im kleinsten Zoo Deutschlands zur beliebtesten Leckerei: Mehrmals am Tag bekommen die vier Eisbären im Bremerhavener Tierpark eingefrorene Fische und Obst geboten. "Damit können sich die Tiere dann herrlich erfrischen", sagt Zoodirektorin Heike Kück.

So ganz ungewohnt sind hohe Temperaturen für Eisbären nicht, erläutert Isabel Koch. Denn auch in der Tundra kann es bis zu 25 Grad Celsius warm werden. Hin und wieder nehmen Eisbären sogar ein Sonnenbad. "Und wenn es ihnen doch zu heiß wird, lassen sie sich einfach ins Wasser plumpsen", erzählt Koch.

Sogar die von Natur aus wasserscheuen Moschusochsen aus Grönland und Nordamerika lassen sich in diesen Tagen zu einem Bad im Wassergraben im Krefelder Zoo hinreißen. Dagegen erschrecken die südamerikanischen Humboldt-Pinguine die Besucher, weil sie die Schnäbel weit aufreißen und hektisch nach Luft schnappen. Doch Zoo- Biologin Cornelia Bernhardt beruhigt: Nur so könnten die Vögel sich Kühlung verschaffen, schwitzten sie doch nicht über die Haut.

Auch Tiere aus heißen Regionen freuen derzeit sich über eisige Abkühlungen. Die Affen im Zoo Duisburg lutschen begeistert an gefrorenen Joghurts. Dort wird auch das Wasser des weißen Beluga-Wals ständig auf neun Grad Celsius gekühlt. Und damit die Haut der Tapire in der Sonne nicht austrocknet, werden sie mit Baby-Creme eingeschmiert.

Im Zoologischen Garten in Köln werden die Elefanten regelmäßig kalt geduscht, für die Pinguine aus Chile und Peru wurde eine Sprinkleranlage installiert. Die Elefanten im Allwetterzoo Münster bekommen extra viel Schlamm gemischt, damit sie sich mit einer dicken Schicht vor Sonnenbrand und Insekten schützen können.

"Normalerweise gehen Elefanten nicht gern in ihr Badebecken, derzeit sind sie freiwillig mindestens eine Stunde am Tag im kühlen Nass", berichtet Osnabrücks Zoodirektor Wolf Everts. Bei den meisten Tieren steht ein Schattenplatz hoch im Kurs. "Viele suchen den hintersten Winkel ihrer Gehege auf", sagt Everts. Einige der Tiere wie Kamele und Löwen dürften derzeit anders als üblich auch die Nacht im Freien verbringen, "damit sie wenigstens dann etwas Kühle bekommen".

"Tiere sind einfach vernünftiger als wir Menschen", sagt Simone Hagenmeyer vom Zoo Hannover: "Sobald es ihnen zu heiß wird, flüchten Eisbären und Tiger in den Schatten und beschränken ihre Bewegungen aufs nötigste."

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