Umweltorganisation WWF überwacht per Satellit illegale Fischerei

Berlin · Die Naturschutzorganisation WWF wird die bislang unbeobachtete illegale Fischerei auf hoher See ab sofort mit modernster Satellitentechnik verfolgen und transparent machen.

 Die Naturschutzorganisation WWF will die illegale Fischerei per Satellit beobachten.

Die Naturschutzorganisation WWF will die illegale Fischerei per Satellit beobachten.

Foto: afp, SAM YEH

Ein vom WWF entwickeltes und am Mittwoch in Berlin vorgestelltes Monitoringprogramm nutzt dazu die Positionsdaten des in der weltweiten Schifffahrt üblichen automatischen Identifikationssystems AIS.

Mit den von einem Satellitenbetreiber gekauften Daten "können wir jetzt genau sagen, wer wann wo gefischt hat und Verstöße transparent machen", sagte Alfred Schumm, Direktor des internationalen WWF-Fischereiprogramms.

Laut Schumm werden 20 Prozent aller weltweit erbeuteten Seefische illegal gefangen, auch von Schiffen aus EU-Ländern. Mit dem neuen Überwachungssystem sei es nun möglich, weltweit 27.000 Fischereischiffe, die bereits mit AIS ausgerüstet sind, zu überwachen. Darunter seien auch 3000 EU-Schiffe mit einer Länge ab 24 Metern. Der WWF (World Wide Fund For Nature) forderte, dass alle Fischereifahrzeuge mit AIS ausgerüstet werden müssten.

Die erste Datenauswertung belegt Schumm zufolge, in welchem Ausmaß die EU inzwischen afrikanische Gewässer ausbeuten lässt, weil heimische Meere bereits leergefischt sind. Demnach wurden zwischen April 2011 und März 2012 die Fänge von 111 Schiffen unterschiedlicher Herkunft vor Westafrika fast ausschließlich im Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria angelandet.

Die Bewegungsmuster und Geschwindigkeiten der Schiffe offenbaren dem WWF nun, ob sich etwa ein Fangschiff an Abkommen hält und im vertraglich festgelegten Fanggebiet fängt oder ob es illegal in Küstengewässern fischt, die der lokalen Bevölkerung vorbehalten sind und den Fisch dann später auf ein Transportschiff umlädt. Solche Auffälligkeiten wird der WWF künftig an die zuständigen Fischereibehörden melden. "Wir wollen uns nicht als Polizei aufspielen und deshalb auch keine Schiffsnamen veröffentlichen", fügte Schumm hinzu.

(AFP)
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