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Rätsel des Alltags: Wieso, weshalb, warum gerade diese drei?

Rätsel des Alltags : Wieso, weshalb, warum gerade diese drei?

Düsseldorf (RP). "Wieso, weshalb, warum - wer nicht fragt, bleibt dumm." So klingt's in der "Sesamstraße", und jeder weiß, wie oft gerade Kinder Fragen mit diesen Wörtern beginnen: Wieso tust du das? Aber auch: Warum oder weshalb tust du das? Drei Fragewörter also - die das Gleiche bedeuten?

"Fast alle Wörterbücher verweisen darauf, dass es sich um gleichbedeutende Wörter handelt", berichtet Ruth Geier, Germanistin und Altphilologin im Fachgebiet Germanistik der Technischen Universität Chemnitz. "Die Bedeutung eines dieser Wörter wird durch die Bedeutung der anderen umschrieben."

Alle drei Wörter gehen zurück auf ein indogermanisches Fragefürwort mit der Bedeutung "wer", haben sich aber lautlich sehr unterschiedlich entwickelt. "Wieso" ist erst seit dem 16. Jahrhundert belegt und leitet vor allem Fragen ein, seltener indirekte Fragesätze.

Hier ist es fast nur in der Umgangssprache zu finden: "Den Grund, wieso er es getan hat, kenne ich nicht". Auch drückt es meist ein Erstaunen des Fragenden aus, im Sinne von "warum nur". Es gibt auch kein Antwortkorrelat wie zu den beiden anderen Wörtern: "warum - darum", "weshalb - deshalb".

"Weshalb" setzt sich zusammen aus einem alten Genitiv von "wer", der noch erhalten ist in Wendungen wie "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing", und einem substantivischen Teil (Mittelhochdeutsch: halb) mit der Bedeutung "Seite, Richtung". Dieses "halb" wurde schon in frühneuhochdeutscher Zeit mit dem Genitiv verbunden wie in "meinethalben" und mit der Bedeutung "von seiten, hinsichtlich wegen" verwendet.

Heute tritt es in den lokalen Adverbien und Präpositionen ("außerhalb, innerhalb, oberhalb, unterhalb"), als nachgestellte Präposition "der Sache halber" und in den erstarrten Formen "weshalb" und "deshalb" auf. "Weshalb" wird als Einleitung sowohl direkter Fragen "Weshalb kommst du nicht" als auch indirekter Fragesätze verwendet "Ich weiß nicht, weshalb du nicht kommst".

Auch "warum" kommt vom Stamm der Fragepronomen, unser heutiges "wo" lautete in früheren Sprachformen noch "wa". Eng verwandt mit "warum" sind deshalb andere zusammengesetzte Wörter mit "wo", also "woran" oder "worin". Einzig in "warum" ist jedoch das "a" enthalten. Hier spielt der Einfluss des Mittelhochdeutschen eine Rolle, dort hieß es "warumbe". Sowohl "weshalb" als auch "warum" erfragen den Grund und die Ursache.