Was die Welt bewegt Wieso gibt es schwarze Madonnen?

Düsseldorf (RP). Wie erklärt man sich die Entstehung einer schwarzen Madonna? Wann und wo gab es die erste schwarze Madonna?

 Die Schwarze Madonna von Altötting.

Die Schwarze Madonna von Altötting.

Foto: ddp

Weltweit pilgern und beten Gläubige zu schwarzen Muttergottes-Darstellungen. Auch in Europa findet man solche Figuren an bekannten Wallfahrtsorten. Die ältesten Madonnen stammen aus romanischer Zeit und sind etwa in den Pyrenäen anzutreffen.

"Die unheilige Jungfrau", "Kraft und Mythos der schwarzen Madonna" und "Hintergründe einer Symbolgestalt" sind nur einige Buchtitel, die sich mit Wundergeschichten und Mythen beschäftigen, die sich um ihre Entstehung ranken. Da schwarze Göttinnen in religionsgeschichtlicher Betrachtung vielen antiken Kulten zugrunde lagen, wird häufig ein derartiger Einfluss vermutet. Nicht selten wird heutzutage auch ein esoterischer Zusammenhang hergestellt.

Die schwarze Farbe ziehe den Betrachter in den Bann und löse Grenzen auf - im Gegensatz zu Weiß, das Distanz schaffe. Schwarz habe auch etwas zu tun mit der Symbolik von Verwandlung, die im Dunklen stattfinde, also mit Geburt und Tod.

Die vielfach geäußerte Ansicht, die dunkle Farbe sei auf nachträgliche Einflüsse wie das hohe Alter des Holzes oder aber auf die Verrußung durch das Anzünden von Kerzen oder Weihrauch vor dem Andachtsbild zurückzuführen, ist nach Ansicht von Historikern falsch.

Vielmehr seien schwarze Madonnen immer mit dem Bezug auf das Alte Testament in dunkler Farbe ausgeführt oder aus schwarzem Holz hergestellt worden. Dort heißt es im Hohelied der Liebe 1,5: "Ich bin schwarz, aber schön".

Am Standort der Schwarzen Madonnen war zuvor häufig ein vorchristlicher Kult einer keltischen oder anderen heidnischen Muttergottheit heimisch. Das Gesicht der Madonna ist streng, edel und hat orientalische Züge, die in deutlichem Kontrast zu den typischen romanischen Madonnen stehen, die im Allgemeinen den Frauen der Gegend nachempfunden sind.

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