Tag der Erde: Wie unser Planet im Müll versinkt

Tag der Erde : Wie unser Planet im Müll versinkt

Müll. Unser täglicher Begleiter. Beim Frühstück, auf der Arbeit am Strand, es gibt keinen Ort, an dem er nicht zu finden ist. Für alle, die gerne mal wieder einen Tag ohne Dreck erleben möchten, begehen 175 Länder den Welttag der Erde.

Beim Spaziergang über die Hügel von Gran Canaria, am Strand von Ko Samui in Thailand oder direkt vor der Haustür im bergischen Land bei Wermelskirchen - wer die Natur genießen will, kann dies heute fast nur noch in der Gesellschaft von Plastikflaschen, alten Verpackungen oder gar Überresten von alten Fernsehröhren tun. Verwunderlich ist das nicht.

Jährlich werden weltweit 240 Millionen Tonnen Plastik produziert.
100 Millionen Tonnen Plastik fanden in den letzten Jahrzehnten ihren Weg in die Weltmeere.
Allein In der Nordsee lagern inzwischen rund 700.000 Tonnen Müll.

"Insgesamt schwimmen fünf Müllteppiche in den Weltmeeren. Der größte ist im Nordpazifik und hat inzwischen die Größe von Zentraleuropa", sagt Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace. Allerdings handle es sich dabei nicht um eine dichte Fläche, sondern um eine erhöhte Konzentration von Müll in einem bestimmten Areal.

Der Traum von der müllfreien Zone bleibt jedoch unrealistisch. "Aber genau genommen, gibt es heute keinen Ort im Meer ohne Müll. Er ist inzwischen omnipräsent", sagt Maack.

Mülldeponie Wald

Auch die Wälder vor der eigenen Haustür werden immer mehr zweckentfremdet. Beim Spazierengehen oder Grillen - viele lassen den Abfall lieber an Ort und Stelle liegen, als ihn wieder mit nach Hause zu schleppen. Andere haben keine Lust auf den Sperrmüll zu warten und laden gleich ganze Fernseher und Küchengarnituren im Dickicht ab.

Doch nicht nur Berge von Müll richten enormen Schaden an, sondern auch die Rodung ganzer Waldgebiete. So werden pro Sekunden weltweit zwei Fußballfelder Urwald abgeholzt.

Was ist zu tun?

"Empfehlen können wir hier nur, möglichst Produkte aus ökologisch nachhaltiger Produktion zu kaufen", sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. "Das bislang sinnvollste sind hier Produkte mit dem FSC-Siegel."

So hat etwa jeder Konsument beim Griff zum Klopapier die Wahl, ob ihm im wahrsten Sinne des Wortes zum Bäume ausreißen ist, oder nicht. Rund 6500 Rollen Klopapier verbraucht ein Einzelner bis zu seinem 90. Lebensjahr. Das entspricht fast einer Tonne - oder umgerechnet zehn stattlichen Bäumen. Wer dagegen Recycling-Papier nutzt und alle Bekannten und Verwandten ebenfalls dazu überredet, hat im Handumdrehen einen ganzen Wald gerettet.

Der Tag der Erde

Um den Auswirkungen des Konsums entgegen zu wirken, begehen jedes Jahr am 22. April 175 Länder den Tag der Erde. Damitt wollen die Veranstalter auf die Folgen des übermäßigen Konsums und der Umweltverschmutzung aufmerksam machen. Der Tag hat seinen Ursprung im Jahr 1969, als der Begriff zum ersten Mal auf einer UNESCO-Konferenz in San Francisko auftaucht, und zugleich die Frage nach einem nationalen Umwelttag laut wurde. Die Idee fand großen Anklang und wird seit 1970 jährlich im "Earth Day" umgesetzt. In den 90er Jahren schlossen sich immer mehr Länder der Bewegung an. Auch verschiedene Stars wie etwa Michael Jackson mit seinem "Earth Song".

Anlässlich des Tages der Erde haben wir in unserem Archiv geforscht, und die schönsten Bilder der Erde gesammelt. Zu sehen sind sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unsere schönsten Bilder der Erde

(sgo/das)