Was die Welt bewegt: Wie hoch ist der Salzgehalt im Mittelmeer?

Was die Welt bewegt: Wie hoch ist der Salzgehalt im Mittelmeer?

Düsseldorf (RP). In den offenen Weltmeeren schwankt der Salzgehalt zwischen 3,3 und 3,8 Prozent; als Mittelwert geben Ozeanographen 3,5 Prozent an. Das heißt, in einem Kilogramm Meerwasser sind durchschnittlich 35 Gramm Salz enthalten. Für die unterschiedliche Verteilung des Salzgehaltes sind in erster Linie klimatische Bedingungen verantwortlich.

Verdunstung und Niederschlag bewirken einen natürlichen Kreislauf des Wassers an der Erdoberfläche — und damit auch eine lokale Zu- oder Abnahme des Salzgehaltes im Meer. So findet man geringere Salzkonzentrationen in Gebieten mit erhöhtem Niederschlag oder auch vor den Mündungen großer Flüsse. Eine erhöhte Salzkonzentration hingegen ist auf eine stärkere Verdunstung zurückzuführen.

Eine Sonderstellung unter den Meeren nehmen dabei die Brackwassermeere Ostsee und Schwarzes Meer ein. Da sie nur eine schmale Verbindung zum Ozean haben, wird das Salzwasser aus dem Weltmeer sehr stark mit dem Süßwasser aus den Flüssen verdünnt.

Der Salzgehalt der Ostsee schwankt zwischen 2,5 Prozent im Skagerrak und 0,3 bis 0,5 Prozent im Finnischen Meerbusen; etwa 1,7 Prozent sind es in den oberen Wasserschichten des Schwarzen Meeres.

Der Salzgehalt des Europäischen Mittelmeeres liegt mit etwa 3,8 Prozent höher als der des Atlantiks mit seinen etwa 3,4 Prozent. Dies ist — aufgrund der hohen Temperaturen — eine Folge der starken Verdunstung, die nicht mehr durch den Süßwasserzufluss der großen Flüsse und Ströme ausgeglichen werden kann. Zur starken Verdunstung (die Verdunstungsrate beträgt etwa ein Meter Wassersäule pro Jahr) tragen auch trockene Winde bei, die das ganze Jahr über vor allem von Nordwesten das Mittelmeer erreichen.