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Rätsel des Alltags: Wie entsteht eine Fata Morgana?

Rätsel des Alltags : Wie entsteht eine Fata Morgana?

Düsseldorf (rpo). Guckt man bei großer Hitze eine Straße entlang, sieht man es in einiger Entfernung flimmern, die Straße sieht nass aus. Wie kommt es zu solch einer Fata Morgana?

Morgana, die Fee aus der Artus-Saga, hat als Fabelwesen ihre Gestalt verändert und trügerische Bilder über Meer und Land ziehen lassen. Heute ist Morgana Namensgeberin für die Spiegelungen, hinter der "nichts als heiße Luft steckt", urteilt Gerhard Seifert vom Fachbereich Physik der Universität Halle-Wittenberg und liefert sogleich die wissenschaftliche Erklärung: "Die Ursache dieses Phänomens ist tatsächlich die Erwärmung der Luftschicht direkt über dem Asphalt infolge der Sonneneinstrahlung." Die heiße Luft am Boden dehnt sich aus, wird also "dünner", während etwas weiter oben die Luft kälter und damit "dicker" bleibt.

Nun breitet sich Licht zwar im Vakuum geradlinig aus, sobald es aber Materie passiert, wird es von dieser abgelenkt und kann dabei auch "um die Kurve" laufen. Dabei spielt es im Prinzip keine Rolle, ob diese Materie fest (Glas), flüssig (Wasser) oder gasförmig (wie etwa Luft) ist.

Ein auf dem Kopf stehendes Bild

Ist der Asphalt heiß, beschreibt der Lichtstrahl, der im flachen Winkel auf die Straßenoberfläche trifft, auf seinem Weg durch die unterschiedlich "dicke" Luft einen Bogen, so dass der Strahl am Schluss wieder leicht schräg nach oben geleitet wird. Bei dieser Art von Reflexion, die zwischen Luftschichten mit unterschiedlichen Temperaturen entsteht, wirkt die untere Schicht wie ein Spiegel. Damit sieht man, je nach Augenhöhe, beispielsweise ein auf dem Kopf stehendes Bild von anderen Autos oder Straßenbäumen.

Die Spiegelungen auf heißen Teerstraßen sind Fata Morganas im Miniformat. In der Wüste erreichen die Luftspiegelungen weit größere Dimensionen. Wenn die untere Luftschicht mehrere hundert Meter hoch liegt, können auch ganze Kamelherden oder Oasen an den Himmel gespiegelt werden. In den meisten Fällen aber wird einfach der Himmel gespiegelt - und erscheint wie eine große Wasserfläche. Der schwammige Eindruck der Luftspiegelungen entsteht dabei durch leichte Winde, welche die Spiegelung stören.