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Sojus hat abgehoben: Weltraumfrachter ist zur ISS gestartet

Sojus hat abgehoben : Weltraumfrachter ist zur ISS gestartet

Berlin/Baikonur (RPO). Ein russischer automatischer Weltraumfrachter ist mit 2,6 Tonnen Nachschub auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Progress M-13M sei am Sonntag um 14.11 Uhr Moskauer Zeit an der Spitze einer Sojus-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) gestartet, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos mit. Die Ankopplung ist für Mittwoch geplant.

Der Pendelverkehr zwischen Erde und Internationaler Raumstation ISS ist wieder eröffnet. Damit kehrt langsam wieder Normalität im ISS-Fahrplan ein. Die Russen hatten nach dem Sojus-Crash, der durch einen Fehler in der dritten Antriebsstufe verursacht wurde, ein zeitweiliges Startverbot für die an sich sehr zuverlässige Rakete verhängt. 18 Drittstufen wurden zur Inspektion und zu zusätzlichen Tests in das "Progress"-Herstellerwerk in Samara an der Wolga geschickt.

Roskosmos machte dann zwei erfolgreiche unbemannte Sojus-Starts für die Wiederaufnahme der bemannten Missionen zur Bedingung. Diese ist nun erfüllt. Bereits am 3. Oktober war eine Sojus-Rakete vom nordrussischen Militärkosmodrom Plessezk problemlos mit einem Satelliten des Weltraumnavigationssystems Glonass aufgestiegen. Auch die tropentaugliche Sojus-ST, die am 21. Oktober erstmals vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) abgehoben hat, funktionierte einwandfrei.

ISS-Stammcrew erreicht wieder Soll-Stärke

Schon am 14. November können deshalb zwei Russen und ein Amerikaner mit ihrem Raumschiff Sojus TMA-22 zur Station fliegen, in der derzeit eine dreiköpfige Mindestbesatzung Dienst tut. Damit erreicht die ISS-Stammcrew wieder ihre Soll-Stärke von sechs Mitgliedern.

Progress M-13M bringt unter anderem 828 Kilogramm Treibstoff, 420 Kilogramm Wasser, 316 Kilogramm Lebensmittelkonserven und frisches Obst und Gemüse sowie Sauerstoff, wissenschaftliche Geräte, Ersatzteile und Verbrauchsmaterial auf die Umlaufbahn. Das amerikanisch-russisch-japanische ISS-Trio darf sich zudem auf Post von seinen Familien freuen.

Bei dem Absturz vom 24. August war auch der Frachter Progress M-12M verloren gegangen. Zu Versorgungsengpässen ist es dadurch in der Station aber nicht gekommen, weil die letzten beiden US-Shuttles bei ihren Abschiedsmissionen im Mai und Juli genügend Lebensmittel zur Station gebracht hatten.

(DAPD/felt)