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Wasser auf dem Mond: Entdeckung der Nasa und des DLR - Neue Hinweise

Entdeckung der Nasa und des DLR : Es gibt Wasser auf dem Mond

Das fliegende Infrarot-Teleskops „Sofia“ hat Wasser auf der Oberfläche des Mondes entdeckt. Die überraschende Entdeckung könnte weitreichende Konsequenzen für die bemannte Raumfahrt haben.

Bislang galt der Mond als knochentrocken. Wasser sollte es dort nicht geben. Bei bis zu 230 Grad Celsius auf der von der Sonne beschienenen Oberfläche und im Vakuum. Schließlich hat der Mond keine Atmosphäre. Wasser müsste eigentlich sofort verdampfen und von der Strahlung im All buchstäblich zerlegt werden. Zumal man in dem Mondgestein, das die Astronauten von den Apollo-Missionen mitgebracht hatten, keine Feuchtigkeit entdeckt hatte.

Und doch ist es da. Überraschend und mehr oder weniger unerwartet auf der Oberfläche unseres Trabanten: Ungefähr so viel wie in einer kleinen 0,33-Liter-Flasche verteilt auf ein Fußballfeld. Das ist nicht viel. Selbst in der Sahara findet man etwa die 100-fache Menge. Aber es ist deutlich mehr als gar nichts.

Und entdeckt wurde es von „Sofia“. Dahinter verbirgt sich ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der US-Weltraumbehörde Nasa: In eine modifizierte Boeing 747 wurde ein Infrarot-Teleskop eingebaut, um in 15.000 Meter Höhe – fernab jeder störenden Strahlung auf der Erde – unter anderem Schwarze Löcher zu untersuchen. Zum ersten Mal nun hat das Sofia-Teleskop seinen Blick zum Mond gerichtet und gleich die überraschende Entdeckung gemacht.

Bislang galt nur als sicher, dass Eis in den kühlen, dunklen, tiefen Kratern beispielsweise am Südpol existiert. Auf der sonnenbeschienenen Oberfläche selbst aber sollte es bis auf Spuren von Wasserstoff-Atomen nicht vorkommen. Und doch existiert es. Die ungeklärte Frage ist, wie es dahin gekommen ist. Die Wissenschaftler gehen von zwei Möglichkeiten aus: Mikrometeoriten haben es bei Einschlägen zur Oberfläche transportiert. Oder aber: Mit dem Sonnenwind kamen auch Wasserstoff-Atome zum Mond. Dort fanden dann chemische Reaktionen mit sauerstoffhaltigen Mineralien statt – und Wasser bildete sich. Schließlich ist Wasser „nur“ eine Verbindung zweier Wasserstoff-Atome mit einem Sauerstoff-Atom.

Offen ist auch die Frage, wo genau es sich befindet. Ist es eingeschlossen in glasperlenartigen Strukturen, die sich durch die Hitze beim Einschlag von Mikrometeoriten gebildet haben? Oder findet es sich unter der Oberfläche zwischen den Körnern und Steinchen des Mondstaubs und -gesteins? Dann wäre es grundsätzlich leichter zugänglich. Aber wie tief unter der Oberfläche würde man es finden?

Antworten auf solche Fragen erhofft man sich nun von dem Rover „Viper“ der Nasa. Der soll ohnehin im Dezember 2022 nahe des lunaren Südpols landen und nach Eis suchen. Dafür kann er mit einem Bohrer bis zu einem Meter tief in die Oberfläche vordringen. Nun wird er auch die Aufgabe haben, nach Wasser zu suchen und es gegebenenfalls zu kartographieren. Warum aber ist Wasser so entscheidend? Wir Menschen trinken es und es ist lebensnotwendig. Aber daraus lässt sich auch Sauerstoff zum Atmen gewinnen – und sogar Raketentreibstoff.

Als Ressource für die bemannte Raumfahrt ist es darum extrem wertvoll. Je mehr Wasser es auf dem Mond gibt und je einfacher man es gewinnen kann, desto leichter lässt sich eine bemannte Mondbasis unterhalten. Und vor allem umso günstiger: Denn dann muss Wasser nicht erst von der Erde transportiert werden. Zudem erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass der Mond ein Tank- und Versorgungs-Stopp sein kann - für den ersten Flug von Menschen zum Mars. Zumal sich mit der Entdeckung eine weitere Frage ergibt: Wo im All findet sich noch unerwartet Wasser?