Explosion war 30 Mal stärker als Hiroshima-Bombe: Tscheljabinsk-Meteor war 12.000 Tonnen schwer

Explosion war 30 Mal stärker als Hiroshima-Bombe : Tscheljabinsk-Meteor war 12.000 Tonnen schwer

Der Meteorit, der im Februar über Russland explodierte und rund 1200 Menschen verletzte, hatte ursprünglich einen Durchmesser von 19 Metern, und seine Sprengkraft war um ein Vielfaches größer als die der Atombombe von Hiroshima.

Zu diesem Schluss kommen tschechische und kanadische Forscher in einer Studie, die am Mittwoch in der Wissenschaftszeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde. Für ihre Untersuchung werteten die Forscher Video- und Audioaufnahmen von dem Meteoritenschauer über der zentralrussischen Stadt Tscheljabinsk aus und analysierten Überreste des Himmelskörpers. Bei seinem Eintritt in die Erdatmosphäre wog der Meteorit der Studie zufolge rund 12.000 Tonnen, was der Energie von 500.000 Tonnen TNT-Sprengstoff entspricht. Seine Sprengkraft war demnach zwischen 27 und 41 Mal größer als die der Atombombe, die am 6. August 1945 auf Hiroshima abgeworfen wurde.

"Der Meteorit brach in einer Höhe zwischen 45 und 30 Kilometern in kleine Stücke", heißt es in der Studie weiter. Dadurch seien noch größere Schäden auf der Erde verhindert worden. Erste Schätzungen waren davon ausgegangen, dass der Meteorit ursprünglich einen Durchmesser von 17 Metern und ein Gewicht von 10.000 Tonnen hatte.

Der Studie zufolge war der Meteorit vermutlich Teil eines Kolosses mit einem Durchmesser von zwei Kilometern. Dieses 86039 genannten Objekt wurde erstmals 1999 entdeckt und gelangt seither regelmäßig in die Nähe der Umlaufbahn unserer Erde.

Nach der spektakulären Explosion des Meteoriten im Ural nahe des Tschebarkul-Sees hatte die russische Akademie der Wissenschaften mitgeteilt, Forscher hätten Fragmente des Himmelskörpers gefunden. Das größte Stück des Meteoriten liege vermutlich auf dem Grund des Sees.

Als der Meteorit am 15. Februar über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodierte, barsten zahlreiche Fensterscheiben. Fast 5000 Gebäude wurden beschädigt. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden 1240 Menschen, darunter fast 300 Kinder, durch den Meteoritenschauer verletzt.

Einem Bericht der amerikanischen Fachzeitschrift "Science" zufolge berichteten 25 Menschen, die zum Zeit des Aufpralls im Freien waren, sie hätten durch die von dem Meteoriten freigesetzten ultravioletten Strahlen einen Sonnenbrand erlitten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wissenschaftler finden Überreste des Meteoriten

(AFP)
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