Sternschnuppen auf Bestellung - Japan schießt Sateliten ins All

Eine kostet 7.100 Euro : Bald gibt es Sternschnuppen auf Bestellung

Wer eine Sternschnuppe sehen will, braucht Glück. Zumindest noch. Denn japanische Wissenschaftler haben einen Satelliten ins All geschossen, der künstliche Sternenschauer erzeugen soll. So funktioniert die Sternschnuppe auf Bestellung.

Ein japanischer Satellit soll künftig Sternschnuppen auf Bestellung ermöglichen. Das Unternehmen Ale ließ Ale-1 am Freitag an Bord einer Epsilon-4-Rakete in den Weltraum schießen. Der Satellit sei erfolgreich im All angekommen, teilte die japanische Raumfahrtagentur Jaxa mit.

Von dem Satelliten aus sollen - von Technikern am Boden gesteuert - Kugeln aus speziellem Material ausgesetzt werden, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. Sie sollen bei Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen und für Beobachter am Boden wenige Sekunden lang den Eindruck von Sternschnuppen erzeugen. Die Kugeln hätten genügend Helligkeit, um für Menschen in einem Umkreis von bis zu 200 Kilometern sichtbar zu sein, heißt es weiter.

Der künstliche Meteoritenschauer könnte im Frühjahr 2020 erstmals über dem Seto-Binnenmeer in der Präfektur Hiroshima getestet werden, zitierte das Portal Asahi Shimbun im Sommer Verantwortliche von Ale. Das Spektakel sei für Beobachter für maximal eine Minute sichtbar.

Auch schlug Ale vor, den künstlichen Schnuppenschauer als besonderen Feuerwerkseffekt bei den Olympischen Spiele 2020 einzusetzen, wie das Portal des Smithsonian-Magazin bereits im Mai 2016 berichtete. Jedes Partikel, das sich in eine Sternschnuppe verwandele, koste 8100 Dollar (etwa 7100 Euro), schrieb damals das Portal Tech Times. Zu den Kosten des Satelliten und seiner Beförderung ins All gab es zunächst keine Angaben.

(kron/dpa)
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