1. Panorama
  2. Wissen
  3. Weltraum

Weltraumstation: Russischer Weltraumfrachter legt an ISS an

Weltraumstation : Russischer Weltraumfrachter legt an ISS an

Berlin/Koroljow (RPO). Nach neun Wochen Zwangspause hat am Mittwoch erstmals wieder ein Raumschiff an der Internationalen Raumstation ISS angelegt. Mit dem russischen Frachter Progress M-13M kehrt die Station zu ihrem normalen Flugplan zurück, der am 24. August durch den Absturz einer Sojus-Trägerrakete über dem Altai-Gebirge jäh unterbrochen worden war.

Damit ist auch der Weg frei für den nächsten bemannten Start. Am 14. November sollen die Russen Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin mit ihrem US-Astronauten-Kollegen Dan Burbank zur ISS fliegen. Zusammen mit Mike Fossum (USA), Sergej Wolkow (Russland) und Satoshi Furukawa (Japan), die derzeit allein auf der Umlaufbahn arbeiten, stellen sie dann wieder die Soll-Stärke von sechs Besatzungsmitgliedern her.

Müllabfuhr im All

Progress M-13M bringt 2,6 Tonnen Nachschub zur Station, darunter 828 Kilogramm Treibstoff, 420 Kilogramm Wasser, 316 Kilogramm Lebensmittelkonserven, frisches Obst sowie Sauerstoff, wissenschaftliche Geräte, Ersatzteile und Verbrauchsmaterial. Das ISS-Trio darf sich auf Post und Päckchen von seinen Familien freuen.

Für die Russen ist die Ankunft des Frachtraumschiffes aber auch noch aus einem anderen Grund wichtig: In Ihrem Segment stapelt sich der Müll, wie das Moskauer Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP) jüngst mitteilte. Denn seit Einstellung der Shuttle-Flüge im Sommer ist man bei der Entsorgung ausschließlich auf die Transporter angewiesen, die nach ihrer Entladung als fliegende Mülltonne über dem Südpazifik verglühen.

Die Tatsache, dass durch den Sojus-Absturz im August einer davon ausgefallen ist, verschärfte das Problem noch. Da das russische Segment ohnehin mit Steuerungsanlagen, Trainingsgeräten und den verschiedensten Apparaturen vollgestopft ist, haben die Kosmonauten auch relativ wenig Bewegungsraum. Abhilfe sollen neue Module schaffen, mit denen das Segment bis 2015 komplettiert wird.

Die russischen Kosmonauten produzieren nach IMBP-Angaben bis zu drei Kilo Abfall pro Person und Tag. Dabei handelt es sich überwiegend um Tücher und Servietten für die Körperpflege. Das Institut arbeitet deshalb derzeit intensiv an einem Müll-Recyclingsystem, das auch bei Flügen zu anderen Planeten Anwendung finden soll.

(DAPD/felt)