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Rover "Perseverance" schickt erste Geräusche vom Mars

Rover „Perseverance“ : Erste Geräusche von der Fahrt auf dem Mars

Seit Mitte Februar ist der Marsrover auf dem roten Planeten und dabei schwer beschäftigt - mit Laser-Schießübungen und Herumfahren.

Der Rover „Perseverance“ hat erstmals eine Audio-Aufnahme von einer Fahrt über den Mars geschickt. Es handele sich um die erste Aufnahme dieser Art überhaupt, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa in der Nacht zum Donnerstag mit. Die rund 16-minütige Tonaufnahme sei bei der etwa 27 Meter langen Fahrt des Rovers vor einigen Tagen von einem Mikrofon aufgenommen worden.

„Wenn man mit diesen Rädern über Steine fährt, dann ist das sehr laut“, sagte Nasa-Ingenieur Vandi Verma. Das liege unter anderem daran, dass die Räder von „Perseverance“ (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) aus Metall seien. „Wenn ich diese Geräusche in meinem Auto hören würden, würde ich anhalten und den Abschleppdienst anrufen“, ergänzte Nasa-Kollege Dave Gruel. „Aber wenn man darüber nachdenkt, was man da hört und wo es aufgenommen wurde, dann macht es total Sinn.“ Zuvor hatte der Rover unter anderem Ton-Aufnahmen von seiner Landung und vom Ausprobieren seines Lasers zur Erde geschickt. Die sogenannte „SuperCam“, ein wissenschaftliches Instrument, mit dem der Roboter Gestein auf dem Mars untersuchen kann, habe erste Daten zur Erde übermittelt, teilten die Nasa-Forscher weiter mit. Daraus gehe hervor, dass der Zustand des rund 5,6 Kilogramm schweren Geräts, das oben auf dem Mast des Rovers befestigt ist, sehr gut sei.

Das Instrument habe auch mehrere Tonaufnahmen geschickt, auf denen unter anderem zu hören sei, wie es seinen Laser 30 Mal auf einen etwa drei Meter entfernten Stein abfeuere. Es seien die ersten Tonaufnahmen dieser Art vom Mars. Aus den Unterschieden bei der Lautstärke der verschiedenen Laser-Schüsse ließen sich Schlüsse auf Struktur und Härte des Gesteins ableiten, hieß es.

„Perseverance“, rund 1000 Kilogramm schwer und so groß wie ein Kleinwagen, war am 18. Februar nach 203 Flugtagen mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten See auf dem Mars aufgesetzt. Diesen See mit einem Durchmesser von etwa 45 Kilometern soll der Rover in den kommenden zwei Jahren untersuchen.

Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Gefährts hatten acht Jahre gedauert. Es soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

(june/dpa)