Ganz weit draußen Nasa-Sonde fliegt an Himmelskörper „Ultima Thule“ vorbei

Tampa · Das Jahr beginnt mit einem historischen Manöver im Weltall: Die Nasa-Sonde „New Horizons“ sollte am Dienstagmorgen am Objekt „Ultima Thule“ vorbeifliegen. Nie zuvor hat die Menschheit einen Himmelskörper erreicht, der so weit von der Erde entfernt war.

 Eine künstlerische Darstellung des Kuiper-Gürtel-Objekts „Ultima Thule“.

Eine künstlerische Darstellung des Kuiper-Gürtel-Objekts „Ultima Thule“.

Foto: dpa/Steve Gribben

Berechnungen zufolge hat die Nasa-Sonde „New Horizons“ am Dienstagmorgen das am weitesten von der Erde entfernte Rendezvous mit einem Himmelskörper gehabt. Ein Bestätigungs-Signal, dass die Sonde tatsächlich an dem Objekt „Ultima Thule“ in rund 6,5 Milliarden Kilometer Entfernung vorbeigeflogen ist, erwartet die Nasa für den Nachmittag. „New Horizons“ sollte mit rund 51.500 Kilometern pro Stunde in rund 3500 Kilometern Entfernung das Objekt passieren. Über den Himmelskörper ist bislang extrem wenig bekannt.

Forscher erhoffen sich von den Daten der Sonde Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems. Die Nasa feierte den Flug der Sonde durch den sogenannten Kuiper-Gürtel mit zahlreichen Schulkindern im Johns-Hopkins-Forschungszentrum für Angewandte Physik in Maryland. Einige Kinder waren dabei als Raumfahrer verkleidet. Sie jubelten unter Konfettiregen, als die Sonde sich der Oberfläche von Ultima Thule so dicht wie möglich näherte - in einer Entfernung von mehr als 3500 Kilometern.

Die Nasa rechnet für Dienstagnachmittag mit dem ersten Signal der Raumsonde zum Vorbeiflug. Ein Echtzeit-Video war nicht möglich, weil es mehr als sechs Stunden dauert, bis ein Signal von der Erde die Raumsonde erreicht. Noch einmal sechs Stunden kommen für die Übertragung der Antwort hinzu.

"Diese Nacht wird niemand von uns vergessen", sagte Queen-Gitarrist Brian May, der einen Abschluss in Astrophysik hat und kürzlich mit einem neuen Song der Nasa-Sonde "New Horizons" Tribut gezollt hatte. Ultima Thule sei einzigartig, weil es ein Relikt aus den ersten Tagen des Sonnensystems sei und Antworten auf den Ursprung anderer Planeten geben könnte.

Ultima Thule wurde 2014 mit der Hilfe des Weltraumteleskops Hubble entdeckt. Forscher wissen bisher noch nicht, wie Ultima Thule aussieht - ob es Krater gibt oder die Oberfläche eher glatt ist, ob es nur aus einem Objekt oder mehreren besteht.

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Die Nasa veröffentlichte am Montag ein verpixeltes und verschwommenes Bild, das aus einer Entfernung von knapp zwei Millionen Kilometern aufgenommen wurde. Es fasziniert Forscher, weil es ein eher lang gezogenes Weltraumobjekt zu zeigen scheint und kein rundes.

Die Sonde "New Horizons" sollte bei ihrem nur wenige Sekunden langen Vorbeiflug von Ultima Thule rund 900 Bilder machen. Diese klareren Bilder sollen in den nachfolgenden drei Tagen ankommen. "Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Daten eintreffen", sagte der Forscher John Spencer vom Southwest Research Institute. "New Horizons" hatte bereits 2015 spektakuläre Fotos des Zwergplaneten Pluto geliefert.

(rls/AFP)
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