Rote Scheibe, schwarze Nacht: Mondfinsternis über Europa

Rote Scheibe, schwarze Nacht : Mondfinsternis über Europa

Düsseldorf (RPO). Beim Anblick einer Mondfinsternis glaubten die Menschen im alten China, dass ein himmlischer Drache den Erdtrabanten verschlingt. Der Drache ist wieder auf die Jagd gegangen: Um 22.31 Uhr hat die totale Mondfinsternis begonnen.

Der Vollmond läuft auf seiner Kreisbahn durch den Schatten der Erde, die dann genau zwischen Sonne und Mond steht - so kommt es zur totalen Mondfinsternis. Glimmt der Himmelskörper in einem dunklen Rot, so verdankt er diesen Schein lediglich der Erde. Die Erdatmosphäre streut rote Lichtanteile des Sonnenlichtes ins Weltall und beleuchtet damit indirekt den rund 400.000 Kilometer entfernten Trabanten.

Die besten Beobachtungschancen der totalen Mondfinsternis dieser Nacht sollte es den Wettervorhersagen zufolge im Westen geben, etwa entlang des Rheins. In den übrigen Gebieten könnten Beobachter auf eine Wolkenlücke hoffen - oder auf den 21. Februar 2008: Dann ist in Deutschland die nächste totale Mondfinsternis zu sehen.

Die astronomischen Bedingungen allerdings steigerten die Chancen auf interessante Beobachtungen für dieses Mal. Zum Höhepunkt der Finsternis kurz nach Mitternacht steht der Vollmond hoch am Südhimmel.

Eine Sonnenfinsternis verhält sich übrigens genau umgekehrt zur Mondfinsternis: Dann zieht der Neumond von der Erde aus gesehen vor der Sonnenscheibe vorbei, wirft also seinen Schatten auf unseren Planeten. Das Ergebnis ist je nach Beobachtungsort auf der Erdoberfläche eine teilweise, selten auch eine totale Verfinsterung der Sonne.

Dass eine Mondfinsternis nicht jedesmal bei Vollmond auftritt, liegt an der leichten Neigung der Mondbahn gegen die Ekliptik, also die Ebene der Erdbahn. Wegen dieser Neigung von rund fünf Grad wandert der Mond auf seiner Bahn um die Erde meist ober- oder unterhalb am Erdschatten vorbei.

Nur wenn der Vollmond exakt in einem der beiden Schnittpunkte von Mondbahn und Erdbahnebene steht, wird er vom Erdschatten erfasst. Diese Schnittpunkte nennt man Drachenpunkte - nach dem mondverschlingenden Fabelwesen der chinesischen Mythologie.

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(afp2)