"Verhaltenskodex für Raumfahrer" sieht Trauung nicht vor: Hochzeit im Weltraum geplatzt

"Verhaltenskodex für Raumfahrer" sieht Trauung nicht vor : Hochzeit im Weltraum geplatzt

Houston (rpo). Es hätte so schön werden können: Ein Ja-Wort knapp 400 Kilometer über der Erde. Der russische Kosmonaut Juri Malentschenko wollte im August seine Braut per Ferntrauung in der Internationalen Raumstation im Weltraum heiraten. Doch daraus wird jetzt nichts.

Der zwischen der NASA und Rosawijakosmos vereinbarte "Verhaltenskodex für Raumfahrer an Bord der ISS" sehe keine Möglichkeiten für eine Trauung im All vor, sagte der Sprecher der russischen Raumfahrtbehörde Rosawijakosmos, Sergej Gorbunow am Freitag. Malentschenko habe das bei einem Gespräch mit der Bodenleitstelle erkannt und Abstand von der geplanten Hochzeit genommen, fügte Gorbunow hinzu.

Noch am Freitag hatte der "Houston Chronicle" in Texas (USA) berichtet, der 41 Jahre alte Astronaut wolle in einer für den 10. August geplanten Zeremonie seiner 26 Jahre alten Freundin das Jawort geben. Selbst für den Fall, dass die Telefonverbindung ins All zusammenbrechen sollte, hatte die Braut vorgesorgt. Nach texanischem Recht kann eine Ersatzperson den Platz des Bräutigams einnehmen. Ein Freund der Familie wurde als "Stand-In" bestimmt.

Die 26-jährige Ekaterina Dmitriev hatte dem Bericht zufolge erst am Donnerstag in einem Vorort von Houston (Texas) die Heiratspapiere in Empfang genommen. Texas ist einer der wenigen US-Bundesstaaten, in denen beim Bestellen des Aufgebots nicht beide Partner anwesend sein müssen. "Wir sind der Beweis, das Beziehungen auch auf große Entfernungen funktionieren", zitierte die Zeitung den 41-Jährigen.

Malentschenko hatte die 26-Jährige vor fünf Jahren auf einer Party in Houston kennen gelernt. Ihr Bräutigam habe ihr im Dezember den Heiratsantrag gemacht und sie habe sofort zugestimmt. Der 41-Jährige war Ende April ins All gestartet und soll bis Ende Oktober in der internationalen Raumstation bleiben.

Der 41-jährige Malentschenko war Ende April ins All gestartet und soll noch bis Ende Oktober in der Raumstation bleiben. Nach den hoch schwebenden Plänen der Verlobten wollten sie sich übers Telefon das Jawort geben. Sollte die Verbindung zusammenbrechen, so hat die Braut vorgesorgt. Nach texanischem Recht kann eine Ersatzperson den Platz des Bräutigams einnehmen. Ein Freund der Familie wurde schon als "Ersatzmann" bestimmt.

Nach Malentschenkos Rückkehr vom halbjährigen Aufenthalt im Weltraum sollten eine kirchliche Trauung in Russland und Flitterwochen in Australien nachgeholt werden.