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Zwillingssonden der NASA: "Grail-A" und "Grail-B" in Mondumlauf

Zwillingssonden der NASA : "Grail-A" und "Grail-B" in Mondumlauf

Zum Jahreswechsel sind die Zwillingssonden "GRAIL-A" und "GRAIL-B" erfolgreich auf ihre Mondumlaufbahnen eingeschwenkt. "Wir begrüßen das neue Jahr mit einer neuen Erkundungsmission", erklärte NASA-Chef Charles Bolden, nachdem auch die zweite Sonde in der Nacht zum Montag planmäßig ihr Ziel erreichte.

Die US-Raumfahrtbehörde erwartet sich von den Aufnahmen der Sonden bahnbrechende Erkenntnisse über die Entstehung des Mondes.

Auch nach Jahrzehnten der Raumfahrt, 109 Mond-Missionen und Mondlandungen, bei denen zwölf Menschen die Oberfläche des großen Erdtrabanten betraten, ist die Entstehung des Mondes nicht geklärt.

Die beiden neuen NASA-Sonden, die jeweils die Größe einer Waschmaschine haben, sollen ab März eine Landkarte des Gravitationsfeldes des Mondes von nie dagewesener Präzision erstellen. Daraus könnten sich Erkenntnisse über die Struktur des Mondes in seinem Inneren und damit indirekt auch auf andere Himmelskörper ergeben.

Nach Angaben der NASA trat "GRAIL-B" am Sonntag um 23.43 Uhr MEZ in die Umlaufbahn ein. "GRAIL-A" war knapp 24 Stunden früher in die Bahn eingeschwenkt. Die neue Mission werde das "Wissen über unseren Mond und die Entwicklung unseres eigenen Planeten erweitern", sagte der NASA-Chef. Damit wolle sich die NASA als eine Behörde in Erinnerung bringen, die "kühne" Dinge unternehme, um "neue Höhen zu erreichen und das Unbekannte zu entdecken".

Die beiden Sonden sollen elliptisch um den Mond kreisen. Ab März sollen sie die Messungen zum Schwerefeld des Erdtrabanten erstellen. Die Zwillingssonden brauchten mehr als drei Monate, um den etwa 400.000 Kilometer entfernten Mond zu erreichen.

Astronauten der Apollo-Missionen legten die Strecke in der Vergangenheit in gut drei Tagen zurück. Die NASA steuerte die Sonden indes auf einem Umweg zum Mond, um ihre Funktionen auf dem Weg ausführlich zu testen. Das Forschungsprojekt kostet die NASA knapp 500 Millionen Dollar (etwa 380 Millionen Euro).

Über die Entstehung des Mondes gibt es mehrere Theorien. Gängig ist die Annahme, dass ein Himmelskörper von der Größe eines Planeten auf die Erde prallte und dass bei dieser Gelegenheit die Mondmaterie ins All zurückgeschleudert wurde, wo sie sich zu der heutigen Form verfestigte.

Die Erde könnte den Trabanten aber auch mittels ihrer Schwerkraft eingefangen haben. Ferner ist eine parallele Entstehung von Erde und Mond denkbar.

(AFP)